Kolpingkarneval mit Büttenreden, Sketchen, Tanzeinlagen und Schunkelrunden

Ein närrisches Familientreffen

Korbach. - Heiterkeit und Frohsinn sind bei dieser Familie garantiert: Nach dem Motto „Nichts bleibt, wie es früher war – Ein Rückblick auf 60 Jahr“ feierte die Korbacher Kolpingsfamilie Karneval mit allem, was dazugehört.

Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, leidet unter einem Porzellan-Syndrom, wie es medizinisch korrekt heißen muss. Und wer Lust auf einen flotten Dreier hat, soll zum BMW-Autohändler gehen: Herbert Schattel geht als „Doofe Nuss“ voran, berichtet vom langjährigen Zusammenleben mit seiner Zimmerlinde oder lüftet mit staubtrockenem Humor Geheimnisse des Alltags. Als Urgestein des Korbacher Karnevals von Conférencier Karl-Franz Niemann angekündigt, ebnet der Festorganisator den Weg für einen vergnüglichen Abend im Gemeindehaus St. Marien.

Nach der Devise „Tanzen und tanzen lassen“ legen viele der rund 160 Gäste in den von Martin Küsters am Keyboard musikalisch gestalteten Pausen eine flotte Sohle aufs Parkett. Im Programm des Karnevalsabends sorgen die Kolpinggirls mit ihrem „Can-Can“ für begeisterte „Zugabe“-Forderungen. Außerdem zeigt Helga Eirund mit Herbert Schattel, dass ein lasziver Lambada keine Frage des Alter(n)s ist. Das Männerballett setzt mit einer ambitionierte Schwanensee-Inszenierung den umjubelten Schlusspunkt der Darbietungen. Der Hausherr, Domkapitular Gisbert Wisse, schildert in seiner Büttenrede, wo die Korbacher Konfessionsgrenze verläuft und – mit Blick auf Bürgermeister Klaus Friedrich im Saal – was die Bremer Stadtmusikanten mit der Korbacher Stadtverwaltung gemeinsam haben: Oben kräht wie ein stolzer Hahn der Magistrat und unten „tragen wir Esel die Last“. Buhrufe der Narrenschar provoziert der Hirten-Gedanke, den Limburger Bischof in Korbach wirken und vor allem standesgemäß wohnen zu lassen. Ein Seitenhieb trifft die Kreispolitik: Das Geld für den Ausbau der Bahnstrecke Korbach–Frankenberg reiche, „um allen Fahrgästen 30 Jahre lang ein Taxi zu bezahlen“, rechnet Wisse vor. Ob Pastor Uwe Kolkmann, wie Wisse und Gemeindereferent Burkhard Speicher als römischer Senator kostümiert, dem Papst tatsächlich einen Aufnahmeantrag seines Lieblingsvereins Borussia Dortmund überreicht hat, konnte Heinz Merl nicht endgültig klären. Als Bayern-Fan mit Ruhrpott-Akzent findet er aber endlich heraus, was BVB bedeutet: „Bete für Borussia“. Der Rechtschreibung mehr Bedeutung misst Manfred Rummel in seiner Paraderolle als „Rheinischer Jong“ bei. Chantal, der Freundin seiner Frau, frisiert er das Tachometer. Und allen, die mit ihrem Job unzufrieden sind, rät er, sich mal als Qualitätsprüfer für Thermometer mit einem ganz speziellen Anwendungsgebiet zu bewerben.

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