Fürstenberg

„Naschkatze“ ist ein Marderhund

- Lichtenfels (ka). Willi Eierdanz, ein als langjähriger Jagdaufseher erfahrener Jäger, traute seinen Augen zunächst nicht, als er vor 14 Tagen einen starken Marderhund-Rüden in einer Lebendfalle gefangen hatte.

Ein zweiter, junger Rüde tappte letzten Samstag in seine Falle. Damit ist, soweit bekannt, der erste körperliche Nachweis von Marderhunden im Kreis Wal­deck-Frankenberg gelungen. „Heimlicher Zuwanderer“ Marderhunde sind nachtaktive Raubtiere, die zunehmend von Osten her in Deutschland einwandern. Bereits im „Frankenberger Heimatkalender“ 2002 veröffentlichte Gerhard Kalden den Beitrag „Der Marderhund, heimlicher Zuwanderer aus dem Osten“. Darin trug er Beobachtungen des Marderhundes von Jägern aus dem Kreis zusammen, die sich ganz sicher waren, beim Ansitz Marderhunde gesichtet zu haben. Sie zweifelten nicht an einer Verwechselung mit einem Waschbären. So erkannten Kurt Maurer und Heinrich Ziegler Anfang August 2000 zwischen Altenlotheim und Hessenstein in der Dämmerung ganz deutlich einen Marderhund. Weitere Hinweise gab es damals vor allem aus dem Bereich der Breiten Struth um Hommershausen. Der Fürstenberger Jäger, der auch Imker ist, fing nun beide Marderhunde in einem Revierteil von Goddelsheim. Honig wurde ihnen zum Verhängnis. Nachdem er Honig geschleudert hatte und die Zellendeckel mit Honigresten seinen Bienen auf einem Teller angeboten hatte, wunderte er sich darüber, dass der Teller immer sehr schnell geleert war. Überraschung war groß Er dachte zunächst an einen Waschbären als ungebetenen Gast am Bienenstand. Die Überraschung war jedoch groß, als der erste Räuber in der Falle kein Waschbär, sondern ein Marderhund war. Ein solcher körperlicher Nachweis gelang im Kreis zuvor weder durch Erlegen, Fangen oder Überfahren, soweit bisher bekannt ist. 2009 hatte Willi Eierdanz schon einmal einen Marderhund während eines Ansitzes gesehen.

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