Korbach:

Im Naturkundemuseum Karlsruhe präpariert Samuel Giersch steinerne Schätze aus der Korbacher Spalte

- Korbach. Eine halbe Tonne Gestein lagert seit 15 Jahren im Karlsruher Museumsarchiv. Unter den Händen eines Präparators erzählt das Material aus der „Korbacher Spalte“ wieder Erdgeschichte(n).

Behutsam setzt Samuel Giersch den elektrischen Stichel an und arbeitet sich durch gelb-rotes Gestein. Die Augen blicken konzentriert durch ein Binokular, sozusagen ein Stereomikroskop, das kleinste Gegenstände dreidimensional erfassbar macht. Unter dem optischen Instrument, im Schein einer Lampe, werden Körnchen zu Felsbrocken, die der „Presslufthammer“ für Präparatoren weghaut – um die inneren Schätze ans Tageslicht zu bringen. Bläulich-weiß schimmert da ein Fremdkörper im Gestein. Ein dünne Spur ist es nur, die Samuel Giersch (36) mit dem Stichel dann Millimeter für Millimeter freilegt. Das ist es, wonach der Präparator sucht: fossiles Knochenmaterial. 130 Schubladen voll mit Gesteinsfragmenten liegen seit rund 15 Jahren noch im Naturkundemuseum Karlsruhe. Zusammen bringen die Fragmente gut eine halbe Tonne auf die Waage, rechnet Wolfgang Munk vor. Er ist Chefpräparator im Museum und kennt das Gestein aus Korbach wie kein anderer. In den 90er-Jahren war Munk (57) oft Dauergast im Waldecker Land. Im Blickpunkt stand die „Korbacher Spalte“, diese zunächst unscheinbare Kluft in Fisselers Steinbruch, die dann so exorbitante Schlagzeilen brachte – zumindest in Forscherkreisen. Denn was in der fossilen Gruft schlummert, sind versteinerte Überreste einer skurrilen Tierwelt vor 250 Millionen Jahren.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 15. Mai.

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