Lichtenfelser Ausschüsse plädieren für funktionalen Hort an der Sachsenberger Knöchelhalle

Neubau für Kindergarten angestrebt

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Mitglieder des Lichtenfelser Magistrats und der Ausschüsse erhoffen sich Synergien, wenn der Kindergarten an der Knöchelhalle gebaut wird – Technik, Energie und Sporthalle könnten effektiver genutzt werden. Foto/Archiv: Marianne Dämmer

Lichtenfels-Sachsenberg - Geht es nach den Mitgliedern in den Ausschüssen des Lichtenfelser Stadtparlaments, soll es in Sachsenberg schon im kommenden Jahr einen neuen Kindergarten geben. An der Knöchelhalle soll er entstehen.

Seit zwei Jahren ist klar, dass die räumliche Situation für die Mädchen und Jungen im Sachsenberger Kindergarten verbessert werden muss. Bislang werden sie in zwei Gruppen in einem Fachwerkhaus betreut, das ihnen nicht genug Platz bietet. Es fehlen Ruhe- und Tobe-Räume, die Brandschutzauflagen sind nicht erfüllt. Was tun? Möglich ist, das alte Fachwerkhaus im Herzen der Sachsenberger Altstadt zu sanieren und durch einen Anbau zu erweitern – oder einen neuen Kindergarten zu bauen.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen plädiert dafür, das Fachwerkhaus zu sanieren und zu vergrößern. Das bekräftigte Fraktionschefin Dorli Rauch am Donnerstagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HuF) und des Ausschusses für Agrar, Bauen, Energie und Umwelt (ABEU) eindringlich. Sie plädierte dafür, die Kinder im Ortskern zu belassen und historische Bausubs­tanz weiterhin zu nutzen. Das Gebäude könnte um zwei große Räume erweitert und für einen neuen Spielplatz könnte ein Teil des Marktplatzes umgebaut werden. Mit diesem Vorschlag stand Dorli Rauch jedoch allein. Ebenso mit ihrer Kritik an Bürgermeister Uwe Steuber, er würde Stimmung gegen eine Sanierung machen, ohne dafür fachliche Grundlagen zu haben.

Der Magistrat hatte sich im Vorfeld mit großer Mehrheit für einen Neubau an der Knöchelhalle ausgesprochen und die Beschlussvorlage entsprechend formuliert. Mit Ausnahme von Dorli Rauch sprachen sich auch alle Mitglieder der beiden Ausschüsse am Donnerstagabend bei ihrer gemeinsamen Sitzung im Goddelsheimer Rathaus für die Neubauvariante aus. Damit trafen sie eine Grundsatzentscheidung, über die nun noch die Stadtverordneten bei ihrer nächsten Sitzung am 7. Oktober abzustimmen haben.

„Der Kindergarten ist auf dem Stand der 50er-Jahre. Das ist eine unhaltbare Situation, wir müssen etwas grundlegend anderes herbeiführen“, betonte Friedrich Göge (CDU). „Nachdem wir den Kindergarten besucht hatten, waren wir einer Meinung. Es ist eine Schande, dass wir dort Kinder unterbringen“, sagte Friedrich Emde (FDP).

Modulbauweise eine Option

Auch Kurt Lechky für die SPD und Horst Wendt für die Wählergemeinschaft Lichtenfels sprachen sich für einen Neubau aus. Werde ein Kindergarten an die Knöchelhalle gebaut, könnten die Kinder die Halle nutzen und es gebe Synergien in Sachen Technik und Energie. Dazu sollen Gespräche mit dem Eigenbetrieb Gebäudemanagement laufen. Ein Neubau sei funktionaler und billiger, argumentierten die Befürworter.

Der Neubau soll rund 900000 Euro kosten. Eine grundhafte Sanierung des Fachwerkhauses könnte bis zu 500000 Euro mehr kosten, erklärte Steuber. „Da können wir böse Überraschungen erleben.“ Da sich schon im Vorfeld mit Ausnahme der Grünen alle Fraktionen nach ihren Besuchen im Kindergarten für einen Neubau ausgesprochen hatten, hat die Stadt aus Kostengründen auf eine verlässliche Kostenschätzung für eine Sanierung verzichtet. „Allein dafür müssten wir 25000 Euro ausgeben“, sagte Steuber.

Eine fachliche Einschätzung gab Beate Hecker vom Fachdienst Jugend beim Landkreis Waldeck-Frankenberg ab. Sie erklärte, wie eine Kindertagesstätte nach aktuellem Standard auszusehen habe: Inzwischen würden Funktionsräume nach Themen orientiert mit Angeboten, die auf Kinder inspirierend und damit förderlich wirken, erklärte sie. Mit Blick auf die Räume im Sachsenberger Kindergarten konstatierte Hecker: „Ich bin klar für eine Veränderung der Situation“ – ohne dabei der einen oder anderen Variante den Vorzug zu geben.

Geben auch die Stadtverordneten am 7. Oktober grünes Licht für die Neubauvariante, wird sofort mit den Planungen begonnen, damit die Kinder schon 2015, spätestens aber 2016 einen neuen Hort haben. „Zur Diskussion stehen Modulbau- oder schlüsselfertige Bauweise“, erklärte Steuber.

Von Marianne Dämmer

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