Kirchenkreisamt präsentiert Korbacher Bauprojekt am 25. März im Gemeindehaus

Neubaupläne auf den Tisch

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Blick auf den Eingang zum Kirchenkreisamt am Kilian: Der kleine Anbau unten links aus den 60er-Jahren soll einem mehrgeschossigen Neubau weichen. Auch links gegenüber gibt es bereits einen mehrgeschossigen Neubau. Dazwischen führt eine Treppe zur Tränkestraße hinunter.

Korbach - Das Kirchenkreisamt wird seine Pläne für einen Neubau in der Korbacher Altstadt öffentlich erläutern. Am Bauvorhaben gab es zuletzt wiederholt Kritik.

Rund zwei Millionen Euro möchte der evangelische „Zweckverband Kirchenkreisamt“ Waldeck-Frankenberg für Modernisierung und Erweiterung des Verwaltungsgebäudes investieren. Es geht um die Renovierung des Altbaus von 1897 - und einen damit künftig verbundenen Neubau.

Die evangelische Kirche hat in den vergangenen Jahren ihre Struktur im Landkreis neu geordnet und zentralisiert. Hauptsitz der Verwaltung ist Korbach. Das bestehende Gebäude an der Kilianskirche samt kleinem Anbau aus den 1960er-Jahren bietet jedoch viel zu wenig Raum für insgesamt über 40 Beschäftigte von Kirchenkreisamt und Dekanat.

Die vor rund zwei Wochen veröffentlichten Neubaupläne stießen indes bei etlichen Korbachern auf Kritik. Sie reiben sich an dem modernen Anbau mit Flachdächern und viereinhalbgeschossiger Bauweise am Hang des Kirchbergs. Überdies würde der geplante Neubau von einer Altstadtgasse aus teils die Sicht auf die Kirche verdecken. Statt intern zu planen, hätte das Kirchenkreisamt die Pläne im Vorfeld öffentlich präsentieren sollen, monieren Kritiker.

Der Zweckverband des Kirchenkreisamts kommt der Forderung nunmehr nach: Am Dienstag, 25. März, wird das Bauprojekt öffentlich erläutert. Die Präsentation beginnt um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus am Kilian.

Mit von der Partie sind die Korbacher Dekanin Eva Brinke-Kriebel als Vorsitzende des Zweckverbands, Dekanin Petra Hegmann (Edertal/Frankenberg) als Stellvertreterin, der Leiter des Kirchenkreisamts, Bernd Merhof, der planende Ingenieur Jürgen Kepplin und Bürgermeister Klaus Friedrich. Das Kirchenkreisamt stellt sich Fragen und Kritik der Besucher, moderiert wird die Diskussion von der Waldeckischen Landeszeitung.

Ziel des Kirchenkreisamts ist es, Kirche, Gemeindehaus, Pfarrei und Verwaltung in der Korbacher Altstadt als Einheit zu bewahren - für Beschäftigte und Besucher gleichermaßen. Somit gebe es viele zugkräftige Argumente für die geplante Lösung. Aus Sicht der Denkmalpflege und der Baubehörden komme ebenso Zustimmung.

Derweil debattierten einige Korbacher in den vergangenen Tagen das Thema mit Leserbriefen in der WLZ und via „Facebook“ im Internet. Nachbarn des Kirchenkreisamts in der Altstadt bezweifeln im Forum, ob ein „solcher Klotz“ notwendig ist, und plädieren beispielsweise für einen Neubau auf der grünen Wiese. Andere erinnern sich an ihre Jugend: „Zu meiner Kindheit haben wir da immer gespielt.“ Ein Kritiker wähnt einen „neupostalischen Flachbau“, was auch immer das bedeuten mag. Ein anderer fordert „Transparenz und Demokratie“ der Kirche ein. Und manche deuten gar auf den verschwenderischen Neubau des katholischen Bistums Limburg.

Ein Stadtverordneter verweist im Forum derweil auf die öffentliche Präsentation: „Denke, das sollten alle erst mal abwarten. Die Pläne sind gar nicht so schlimm, wie geredet wird.“

Der 25. März soll detaillierten Einblick bringen ins Bauprojekt.

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