Korbacher Feuerwehr nimmt zwei Fahrzeuge in Dienst

Neue Autos, bewährtes Führungsteam

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Die „vier Türme der Hansestadt“ am Heck sowie große und kleine Bewunderer: Das neue Staffellöschfahrzeug der Korbacher Feuerwehr.

Korbach - Die Brandschützer der Hansestadt bereiten sich auf die Zukunft vor: Zwei lange benötigte Fahrzeuge wurden feierlich vorgestellt, der Stadtbrandinspektor und seine Stellvertreter erhielten ihre Ernennungsurkunden.

Die vielen Garagentore am Korbacher Feuerwehrstützpunkt würden Besucher oft denken lassen, die Hansestadt hätte eine Berufsfeuerwehr, gab Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick zu. Und auch Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt erklärte, die Frage „Wie viele Fahrzeuge benötigt ihr eigentlich?“ komme oft. Die Antwort sei einfach: Die Feuerwehr selbst benötige gar nichts, sie komme nur den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Stadt nach.

Um diese weiterhin zu erfüllen, nahm die Korbacher Feuerwehr vorgestern zwei neue Fahrzeuge in Dienst. Das kleinere davon ist ein neues Pritschenfahrzeug, das als Nachschub-Gerätewagen dient. Besonders für den Einsatz bei kleineren Ölspuren ist es geeignet. Plane und Spriegel sind besonders: Das Verdeck des Laderaums kann wie eine Gardine zur Seite gezogen werden, wodurch Feuerwehrleute schneller an Material kommen.

Das größere Fahrzeug ist ein Staffellöschfahrzeug StLF 20/25. Mit einem Löschwassertank vom 3500 Liter Fassungsvermögen ist es ein „Wassergigant“, wie der Korbacher Wehrführer Björn Häussler sagte. Durch einen 200 Liter Schaumtank, eine automatische Schaumzumischungsanlage, einen pneumatisch betriebenen Lichtmast und die Multifunktionsleiter auf dem Dach sind die Feuerwehrleute gut gerüstet. Ausdrücklich betonte Schmidt, dass das Fahrzeug der Euro-5-Abgasnorm entspreche - mit der neuen Euro-6-Abgasnorm befürchten die Wehren Schwierigkeiten im Einsatz (wir berichteten).

Die Planung des Fahrzeugaufbaus erfolgte in Zusammenarbeit zwischen Korbacher Brandschützern, Gerätewarten, dem Stadtbrandinspektor und Mitarbeitern der Ulmer Magirus-Werke: „Wir konnten fast alle Wünsche erfüllen“, freute sich Björn Häussler am Ende des vierjährigen Beschaffungsprozesses.

Die Neuanschaffung war dringend nötig: Der Vorgänger des StLF 20/25 war 32 Jahre alt, der des Pritschenwagens 29 Jahre. Die Kosten von 300 000 Euro und 40 000 Euro seien angesichts der langen Betriebsdauer bei den Korbacher Wehren gut angelegt, waren sich die Redner einig. „Hauptamtliche Gerätewarte tragen viel zur langen Lebensdauer bei“, erklärte Friedhelm Schmidt.

Nicht nur neue Fahrzeuge wurden in Dienst genommen, auch die Führungsmannschaft: Nach der einstimmigen Wiederwahl bei der Jahreshauptversammlung nahmen Friedhelm Schmidt sowie seine Stellvertreter Carsten Vahland und Bernd Dittrich ihre Ernennungsurkunden entgegen. Für weitere fünf Jahre fungieren Schmidt und seine Stellvertreter als Vermittler zur Politik, Gesamteinsatzleiter und Koordinatoren der 15 eigenständigen Korbacher Feuerwehren. Besonders für letztere Funktion sprach Bürgermeister Klaus Friedrich seine Anerkennung aus: „In manch anderer Feuerwehr gibt es eine schlechte Streitkultur“, erklärte er. Die Korbacher Führungsmannschaft hätte hingegen ein gutes Gespür für die Ansprüche von Ortsteilen und Kernstadt. Er sei froh über Schmidts lange Dienstzeit - Schmidt ist einer der dienstältesten Stadtbrandinspektoren in Hessen. Dementsprechend geht er selbst nicht davon aus, bei der Indienstnahme der Nachfolger für die beiden neuen Fahrzeuge noch im Dienst zu sein: Am Ende der erwarteten Betriebsdauer wäre er knapp 80 Jahre alt.

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