Dorferneuerung: Neugestaltung des historischen Platzes kostet rund 200 000 Euro

Neue Dorfmitte für die Basdorfer

+
Halbzeit auf der Baustelle in der Ortsmitte in Basdorf: Planer Jens Backhaus, Bürgermeister Harald Plünnecke, Bauleiter Henning Schümann, Hauptamtsleiter Dirk Beckmann und Ortsvorsteher Eberhard Lamm werfen einen Blick in die Pläne.

Vöhl-Basdorf - Die „Visitenkarte“ Basdorfs bekommt ein neues Gesicht: Im Rahmen der Dorferneuerung wird die historische Dorfmitte umgestaltet. Rund 200000 Euro kostet das Projekt, 90000 Euro fließen aus dem Fördertopf.

Basdorf gleicht in diesen Wochen einer Großbaustelle. Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt und rund um die Kirche wurde der Straßenbelag abgetragen. „Am Ende soll unsere historische Dorfmitte dann ein neues Gesicht haben“, sagt Ortsvorsteher Eberhard Lamm. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung mit Bernd Höhle an der Spitze hat er Ideen entwickelt und mit Landschaftsarchitekt Jens Backhaus Pläne geschmiedet. „Die Gemeinde begleitet die Arbeiten“, erklärt Bürgermeister Harald Plünnecke, „aber in erster Linie kümmert sich der Arbeitskreis um das Projekt“.

Im Mittelpunkt der Pläne stehen gleich zwei Aspekte: „Auf der einen Seite wollten wir die Verkehrssituation beruhigen“, erklärt Lamm. Rund um die Bushaltestelle sei die Sicherheit vor allem für die jüngsten Basdorfer nicht immer gegeben gewesen. „Nun wird die Straße etwas schmaler“, erklärt der Ortsvorsteher, „dadurch wird der Verkehr langsamer“.

Der andere Aspekt ist ein ideeler: „Die Kirche und die 485 Jahre alte Gerichtslinde prägen diesen Ort“, sagt Lamm, „und wir haben uns gewünscht, dass sich diese Geschichte auch im Straßenbild wiederfindet“. Darauf ist Landschaftsarchitekt Jens Backhaus gerne eingegangen und verwendet für die neue Straße nun Naturstein. „Wir werten diesen Platz auf, indem wir das Erscheinungsbild seiner Bedeutung anpassen“, erklärt der Experte. Und das bedeutet, dass helle Pflastersteine den Asphalt ersetzen und für die Rinnen Basaltpflaster verarbeitet wird. Beete und Rasen sollen das Bild abrunden.

Währenddessen wird auch der Bereich vor dem Kircheneingang mit Natursteinen verschönert und auf der Längsseite wird hinter einer schmalen Mauer ein Rosenbeet angelegt. „Dort soll auch ein neuer Treffpunkt entstehen“, wünscht sich der Architekt und plant an der Südseite der Kirche eine Sitzmauer. „Brautpaare können dort nach der Trauung einen kleinen Empfang anbieten“, stellt Backhaus sich vor, „und die Basdorfer könnten diesen Platz als das Wohnzimmer ihres Dorfes neu entdecken.“ Begeisterung wünscht sich der Ortsvorsteher auch für die Touristen: „Wir wollen, dass unser schönes Dorf den Menschen in Erinnerung bleibt und sie deshalb wiederkommen“, sagt Lamm.

Doch nicht nur schön, sondern auch funktional soll die neue Dorfmitte sein. Und deswegen wurde zwölf Zentimeter starkes Pflaster gewählt, dass auch den schweren Verkehr wie Busse und landwirtschaftliche Geräte verträgt. „Diese Straße hält für die nächsten 100 Jahre“, sagt der Architekt.

200000 Euro kostet dieser Teil der Dorferneuerung, 122000 Euro sind davon förderfähig. Das bedeutet einen Zuschuss des Landes von rund 90000 Euro. Nach DGH und altem und neuem Spielplatz gilt die historische Dorfmitte als Hauptprojekt der Dorferneuerung. In rund drei Wochen soll es abgeschlossen werden. Danach wollen die Basdorfer den Friedhof in den Fokus nehmen.

Kommentare