St. Regina lädt im Juni zu Spektakulum ein · Drei Tage Heereslager im Schießhagen

Neue „Fehde“ nach 600 Jahren

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Korbach - Immer konkreter werden die Pläne, im Juni die „Padberger Fehde“ wieder aufleben zu lassen - allerdings nur als Schauspiel im Schießhagen der Schützengilde. Höhepunkte sollen das Lagerleben und zwei nachgestellte Schlachten werden.

„Viehdiebstahl? Nicht mit uns!“ Die Mitglieder der Korbacher Gruppe St. Regina geben sich kampfesmutig und -lustig. Doch alle Padberger können sich beruhigen: Alles nur Show für ein besonderes Jubiläum, das in diesem Jahr ansteht.

Viele Reginentage haben die Korbacher und die Padberger seit 1995 gemeinsam gefeiert. Die Mitglieder der historischen Gruppe St. Regina, einer Formation der Korbacher Schützengilde, knüpfen damit an eine alte Tradition an, die zuvor rund 400 Jahre lang verschüttgegangen war.

Die 19. moderne Neuauflage in diesem Jahr wird pünktlich nach Erreichen der „Volljährigkeit“ eine besondere werden: Denn die langjährige Fehde und ihr Höhepunkt mit der Schlacht auf der Helmscheider Höhe liegen 2013 genau 600 Jahre zurück.

Authentisch und lebendig

Im Jahr 1413 hatten die Korbacher die Padberger Ritter geschlagen, nachdem es immer wieder zu Überfällen dies- und jenseits der grafschaftlichen Grenzen gekommen war. Auf der Helmscheider Höhe erinnert bis heute ein Stein an die damaligen Ereignisse und den siegreichen Ausgang für die Korbacher Bürger.

In diesem Jahr werden die Reginisten daher mehr von allem bieten: Mehr Tage, mehr Aufsehen, mehr Beteiligte, mehr Öffentlichkeit und mehr Drumherum. Es soll ein „authentisches, lebendiges und gutes Fest“ werden, kündigen die Initiatoren an.

Starten wird das Spektakulum wenige Tage, nachdem die Schützen ihr 238. Freischießen gefeiert haben. Dann soll Mittelalter-Atmosphäre durch den Schießhagen wehen. Ein Lager, ein Markt, Spielleute und historisch gewandete Gruppen erzeugen quasi einen Vorgeschmack auf dem Mittelalterlichen Markt in Korbach, der alljährlich Zehntausende anzieht.

Am Donnerstag, 20. Juni, beginnt das Fest, zu dem jeder Korbacher und Interessierte eingeladen ist, mit Kirchgang und Umtrunk. Am Freitag stimmen sich die Teilnehmer, die zwischen neuem Enser Tor und Feuerwehrteich ihr Lager aufschlagen wollen, auf die historischen Hintergründe ein. Angedacht sind ein Vortrag und eine Ausstellung im Enser Tor.

Die zwei Schlachten mit rund 100 Beteiligten, die rund eine halbe Stunde dauern sollen und mit Schauspiel und Erklärungen unterbrochen werden, bilden am Samstagnachmittag den Höhepunkt des „Reginenfestes“. Kinderspiele und ein Bogenschießstand sind nur ein Teil des Begleitprogrammes, das den Besuchern einen kurzweiligen, aber auch geschichtlich lehrreichen Einblick verschaffen soll.

Pfeilhagel auf Schlachtfeld

Im Januar stand das erste Planungstreffen 2013 an, bei dem sich die Kämpfer einen Eindruck vom „Schlachtgelände“ verschafften. „Wir konnten inzwischen auch Teilnehmer aus Landau und Obermarsberg gewinnen“, berichtet Mitglied Ernst Schäfer jr. Eine besondere Attraktion sollen Pfeilhagel und Böllerschüsse werden, die für Atmosphäre sorgen.

Der Fahrplan steht, nun müssen noch die technischen Voraussetzungen und kleine Finessen abgeklärt werden. Wer Interesse an einer aktiven Teilnahme hat, bekommt Informationen im Internet unter www.sankt-regina.de.

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