Initiative „Aktiv in Korbach“ gegründet · Unzufrieden mit Entscheidungen im Rathaus

Neue Partei in den Startlöchern

Korbach. - Vom Stammtisch in die Politik: Die „Aktiven Korbacher“, wie sie sich selbst nennen, haben vor, eine Partei zu gründen. Mehr Transparenz und Unterstützung von Bürgerengagement sind die Ziele.

Am Stammtisch weiß jeder, wie die Welt zu verbessern ist. Doch eine Gruppe Korbacher, die sich seit zwei Jahren regelmäßig in der Gaststätte „Schneiderlein“ trifft, will nun nicht mehr nur in trauter Tafelrunde schwadronieren, sondern auch tatsächlich etwas bewegen.

Das Gefühl, dass es im Gebälk des Korbacher Rathauses knistert, stand am Anfang der Entscheidung: „Irgendetwas ist nicht mehr okay“, sagt Axel Krüer, Initiator des Stammtisches, und nennt unter anderem die verpatzte Hallenbadsanierung, Versäumnisse bei der Stadtentwicklung und dem Thema erneuerbare Energien oder das Minus im Stadtsäckel. Krüer vermisst insbesondere Transparenz: „Es darf keine nichtöffentlichen Sitzungen mehr geben“, erklärt er. Zudem müsse das Rathaus alle Verträge offenlegen, so dass die Bürger nachvollziehen könnten, wohin ihre Steuergelder fließen. Und auch Bürgerengagement müsse die Stadt stärker unterstützen und wertschätzen als bisher.

Abfinden will sich die Gruppe mit derzeit gut einem Dutzend Unterstützern mit der aktuellen Situation nicht: „Klar können wir etwas machen, wir müssen nur ein bisschen laut sein“, sagt Krüer. Dazu soll die Initiative eine Struktur erhalten: „Wir haben festgestellt, dass unsere Interessen nur über eine Partei wahrgenommen werden“, erläutert Krüer, der vor einigen Jahren selbst für die Grünen im Stadtparlament gesessen hat. In den Programmen der Etablierten finden sich die „Aktiven Korbacher“ allerdings nicht wieder.

Geplant sind deshalb bis zum Jahresende für alle Interessierte offene monatliche Treffen, jeweils mit einem Schwerpunktthema. Aus den Diskussionen soll schließlich ein Grundsatzprogramm erwachsen - und möglicherweise auch eine neue Korbacher Partei.

Nächstes Treffen der Initiative ist am 5. März um 19.30 Uhr im „Schneiderlein“ in der Kirchstraße zum Thema „Soziale Verantwortung im freien Fall?“ (lb)

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