Korbach

Neuer Großtanker für Korbacher Wehr

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- Korbach (lb). Korbachs Feuerwehr hat ein neues Tanklöschfahrzeug. Das TLF 20/40-SL ersetzt den im Oktober verunglückten Großtanker.

Schneller geht es kaum: Normalerweise dauere es von der Ausschreibung bis zur Auslieferung 18 Monate, sagte Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt. Die Korbacher haben ihr neues Fahrzeug schon vor zwei Wochen bekommen. Möglich wurde die kurze Frist, weil der Hersteller bereits mit der Montage des ursprünglich als Vorführfahrzeug gedachten TLF begonnen hatte. Die offizielle Schlüsselübergabe feierten die Wehrleute am Montagabend mit einem kleinen Fest am Stützpunkt.

Das neue Tanklöschfahrzeug ermöglicht mit seinen beiden Tanks für 4650 Liter Wasser und 560 Liter Schaum einen raschen ersten Löschangriff bei Brandeinsätzen. Der Schaum-Wasser-Werfer auf dem Fahrzeugdach mit einer Wurfweite bis zu 70 Meter macht das Fahrzeug da besonders wichtig, wo eine Brandbekämpfung mit sehr viel Wasser aus großen Entfernungen nötig ist. Das Fahrzeug werde im gesamten Landkreis Waldeck-Frankenberg eingesetzt, erklärte Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick.

„Die Feuerwehr bekommt heute kein neues Spielzeug, sondern die größte Abteilung des Rathauses, die sogar ehrenamtlich funktioniert, erhält ein Einsatzfahrzeug, um in der Großgemeinde Korbach und auch überörtlich Hilfe leisten zu können“, betonte Friedhelm Schmidt. Bürgermeister Klaus Friedrich dankte den städtischen Gremien, dass sie trotz knapper Kasse den städtischen Anteil von 90 000 Euro bewilligt hätten. „Die Sicherheit darf nicht am Geld scheitern“, sagte Friedrich. Das Fahrzeug einschließlich Beladung kostet insgesamt 287 000 Euro. Durch Versicherung und Verkauf des alten Fahrzeugs kamen 140 000 Euro zusammen, das Land Hessen gibt einen Zuschuss von 40 000 Euro, der Landkreis steuert 17 000 Euro bei.

Bei einem Einsatz an der Mülldeponie Flechtdorf im Oktober vergangenen Jahres war der Großtanker in einer scharfen Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen, durchbrach die Leitplanke und stürzte etwa zehn Meter die Böschung hinunter. Bäume und Büsche bremsten den 16-Tonner, bevor er sich weiter überschlagen konnte. Fahrer und Beifahrer waren deshalb nicht schwer verletzt worden. Die Korbacher Feuerwehr hat indes Konsequenzen aus dem Unfall gezogen: Die Fahrer werden laut Stadtbrandinspektor nur noch durch die hauptamtlichen Gerätewarte geschult. Außerdem dürften Feuerwehrleute künftig nur das Großfahrzeug fahren, auf dem sie auch ausgebildet wurden, sagte Schmidt.

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