Lichtenfels-Goddelsheim

Nicht alle wollen den Windpark

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- Goddelsheim (lb). Erste Brise für den geplanten Windpark in Goddelsheim: Die Lichtenfelser Stadtverordneten haben einem Vertrag mit dem Projektentwickler ABO Wind zugestimmt. Skeptisch bleibt die Wählergemeinschaft: Sie will eine Bürgerbefragung.

Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Lichtenfels und der ABO Wind aus Wiesbaden als Projektentwickler regelt die planerischen Grundlagen für das Projekt: Die Stadt verpflichtet sich darin, den Flächennutzungsplan zu ändern und eine sogenannte Konzentrationszone für Windenergie auf der Hochfläche nördlich von Goddelsheim auszuweisen. Die Kosten des Änderungsverfahrens trägt die ABO Wind.

„Der Vertrag stellt sicher, dass der Stadt keine Kosten entstehen“, erläuterte Bürgermeister Uwe Steuber am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung. Geplant sind derzeit sechs Anlagen mit einer Nennleistung von je 3,2 Megawatt in der Gemarkung am Kleeberg. Eine Tochtergesellschaft des Maschinenrings Waldeck-Frankenberg hat bereits Verträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen und einen Flächenpool gegründet, der eine einheitliche Vermarktung ermöglicht.

Der Maschinenring hat auch die ABO Wind als Projektentwickler beauftragt. In der Bauleitplanung steht der Windpark indes noch ganz am Anfang. Um naturschutzrechtliche Bedenken im Vorfeld abzuklären, will Steuber noch im September einen runden Tisch mit Naturschutzorganisationen einberufen. Zielvorgabe sei, im kommenden Jahr eine Entscheidung über den Flächennutzungsplan zu treffen, sagte der Bürgermeister.

Auch wenn der Standort am Kleeberg klar von der Stadt favorisiert wird, überprüfen Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und Landkreis derzeit Alternativen. Läuft die Bauleitplanung reibungslos, wird ABO Wind die Anlagen bauen und eine Bürgerwindanlage realisieren. Lichtenfelser können sich dann zu günstigen Konditionen an dem Windrad beteiligen.

Friedhelm Emde (FDP) betonte, dass von den geplanten Standorten keine Belastungen wie Schattenschlag oder Lärm ausgehen dürfe. Die Wählergemeinschaft Lichtenfels (WGL) lehnt unterdessen das Windkraftprojekt völlig ab: „Für einen kurzfristigen Vorteil durch mögliche Einnahmen nehmen wir langfristig große Nachteile in anderen Bereichen in Kauf“, warnte Dr. Bernhard Kutting. Insbesondere der Tourismus sei gefährdet. „Ich sehe in Tourismus und Windkraft keinen Widerspruch“, entgegnete Friedhelm Schüttler (SPD). Trotz einer Vielzahl von Windkraftanlagen habe beispielsweise in Diemelsee der Tourismus in den vergangenen Jahren zugenommen, argumentierte Harald Kiel (FDP).

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 3. September.

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