Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen · Tag der Heimat am 5. Oktober

„Nicht zu spät, Geschichte zu zeigen“

Der Bund der Vertriebenen stellt sein Programm für 2014 vor: Schriftführer Horst Stutz, der zweite Vorsitzende Günter Krause, Vorsitzender Manfred Kreuzer und Stellvertreter Hartmut Gottschlink erwarten die Ausstellung „Angekommen“.Foto: Wilhelm Figge

Korbach - Der Kreisverband des Bundes der Vertriebenen (BdV) hat am Samstag zurückgeschaut und das diesjährige Programm vorgestellt. Höhepunkt ist die Wanderausstellung „Angekommen“.

„Gedenken hat mit Aufrechnung gar nichts zu tun“, erklärte Manfred Kreuzer, Vorsitzender des Kreisverbandes des Bundes des Vertriebenen, am Samstag auf dessen Jahreshauptversammlung in Korbach. Er bezog sich auf den Beschluss des ungarischen Parlamentes, im vergangenem Jahr erstmals einen Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen zu feiern. Auch von der Bundesregierung erhoffe er sich einen Gedenktag – die FDP sei gegen die Vertriebenen gewesen, vom neuen Koalitionspartner SPD verspreche er sich mehr.

Aufmerksamkeit für die Thematik brachte vor Ort hauptsächlich die Diskussion um das Denkmal „Deutschland – unteilbar“ in Bad Arolsen. Mit der Verlegung zum „Historicum 20“ und der Zusammenarbeit zwischen Museum und BdV könnten die Zusammenhänge auch Schülern nähergebracht werden. „Das mag spät sein, aber nicht zu spät“, zeigte sich Kreuzer mit der Lösung zufrieden.

Ausstellungstrilogie endet

Weniger glücklich zeigte er sich über die mangelnde Schulpräsenz bei der Wanderausstellung „Die Gerufenen“. Der Kreisverband hatte als einziger in Hessen die Schau über die deutsche Ostsiedlung vor 800 Jahren unterstützt. Für dieses Jahr steht der letzte Teil der Ausstellungstrilogie des Zentrums gegen Vertreibungen an: „Angekommen“ wird vom 26. September bis zum 31. Oktober im Kreishaus in Korbach zu sehen sein. Themen sind die Integration der Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg und ihr Beitrag zum Wiederaufbau. Festredner ist der BdV-Landesvorsitzende Siegbert Ortmann. Der hiesige „Tag der Heimat“ findet am 5. Oktober parallel dazu in der Korbacher Stadthalle statt.

Ein weiteres Projekt ist die Beteiligung an einem geplanten Bildband über den Landkreis, das als Geschenk in anderen Kreisen dienen soll. Der stellvertretende BdV-Kreisvorsitzende Rüdiger Richter solle ein Kapitel über die Vertriebenen im Kreis anfertigen.

Die Seminarfahrten des Deutsch-Europäischen Bildungswerkes Hessen führen vom 27. bis 31. Mai nach Schlesien, vom 21. bis 26. Juli ins Sudetenland und vom 16. bis 20. September nach Königsberg. Auch von den Vertriebenen geschätzte Traditionsveranstaltungen finden wieder statt: Im März der Empfang in der hessischen Staatskanzlei, am 14. Juni der Tag der Vertriebenen auf dem Hessentag in Bensheim und am 14. September der hessische Tag der Heimat im Biebricher Schloss.

Diese Veranstaltungen fanden auch im vergangenem Jahr statt. Höhepunkte waren daneben der Festakt im hessischen Landtag zum 250. Jahrestag der Auswanderung nach Russland sowie die Feier zum 70. Geburtstag der BdV-Vorsitzenden Erika Steinbach. Mitglieder, die nicht mitkommen konnten, sahen sich die Feierlichkeiten am Samstag in einem 40-minütigen Video an. Eine Fahrt in die Slowakei mit Empfang beim Botschafter und der eigene Tag der Heimat mit oberschlesischer Blaskapelle rundeten das Programm ab. (wf)

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