Korbach

Nierensteine mit Stoßwellen zertrümmern: Stadtkrankenhaus erweitert Angebot

- Korbach. Die neue urologische Belegabteilung des Stadtkrankenhauses Korbach hat ihr Behandlungsangebot um die Nierensteinzertrümmerung mit Stoßwellen erweitert. Die Mediziner sprechen von Extrakorporaler Stoßwellenlithotripsie.

Die Klinik wird von einer mobilen Einheit alle vier bis sechs Wochen angefahren, etwa zehn Patienten können dann gebündelt an einem Tag behandelt werden.

Das Prinzip der Methode: In Wasser wird eine Stoßwelle erzeugt, die sich im Körper als Vibration fortsetzt und auf diese Weise den Nierenstein in Stücke schwingen lässt oder zertrümmert. Die Behandlung dauert zwischen 20 und 60 Minuten. Die Patienten werden in der Regel stationär aufgenommen und bleiben über Nacht zur Beobachtung.

Der mobile Nierensteinzertrümmerer bietet viele Vorteile für das Krankenhaus, wie Ärztlicher Direktor Arved-Winfried Schneider erläuterte: Keine Investitionen in Apparatur, keine Wartung und immer die neueste Technologie. Für die Klinik hätte es sich kaum gerechnet, das rund 250 000 Euro teure Gerät zu kaufen.

Die Patienten profitieren von kurzen Wegen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg bietet nach Angaben der Korbacher Einrichtung nur noch eine Klinik im Bad Wildungen die Zertrümmerung mit Stoßwellen über die mobile Einrichtung an.

Die Belegabteilung führt die Steinentfernung außerdem auch mittels Laser oder einer Punktion von außen durch. „Wir bieten das komplette operative und konservative Programm in Korbach an. Das ist relativ selten in kleinen Krankenhäusern“, erklärten die Urologen Dr. Marc Ohlemann und Heiko Velte. Ein Laser wird in Korbach auch bei der Prostata-Behandlung eingesetzt.

Die neue Belegabteilung befindet sich damit nach Angaben von Klinikchef Heinz Gerdes technisch auf dem Stand einer „guten Hauptabteilung“. Das Korbacher Stadtkrankenhaus stellt sich so auf eine älter werdende Bevölkerung ein: „Für die Behandlung urologischer Leiden besteht in den nächsten Jahren ein wachsender Bedarf“, so Gerdes. (lb)

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