Mehrere tausend Besucher informieren sich über Berufe und Ausbildung

Nightwork: Abendliche Job-Messe kommt richtig gut an

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Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe: Patrick Strube (linkes Foto) nutzt die Möglichkeit, bei der Nightwork viele Berufsfelder kennenzulernen.

18 Firmen an sechs Standorten in einer Nacht erleben und die eigenen Karrierechancen ausloten: Diese Möglichkeit nutzten am Freitagabend mehrere tausend Menschen. Zur ersten „Nightwork“ strömten mehrere tausend Besucher in die Hansestadt.

Korbach. Der Shuttle-Bus, der die Besucher der „Nightwork“ zu den verschiedenen Stationen bringt, ist schon ab 18 Uhr gut gefüllt. Auffallend ist: Es sind nicht nur junge Menschen, die sich zum ersten Mal in ihrem Leben beruflich orientieren, an Bord. Auch Ältere nutzen die Gelegenheit, um etwas über die Wirtschaft in ihrer Stadt zu erfahren.

Der Neuanfänger 

Der Shuttle-Bus hält bei der Firma Horizont. Patrick Strube steigt aus. „Für mich ist diese Veranstaltung perfekt. Ich muss mich beruflich neu orientieren, dafür hole ich mir heute Infos ein“, sagt der 19-Jährige. Er berichtet, dass er seine Ausbildung als Anlagenmechaniker krankheitsbedingt abbrechen musste. Jetzt steht er vor einem Neuanfang. „Im Handwerk werde ich leider nicht mehr Fuß fassen können, das ist zu anstrengend. Ich kann mir aber vorstellen in der Elektronik- oder Logistikbranche und aus einem Büro heraus zu arbeiten“, sagt er. Die Produktionsabläufe bei Horizont lässt er sich an diesem Abend gerne zeigen. Er schaut interessiert zu, wie Horizont-Teamleiter Kai Nasemann Platinen für den Einsatz in Baustellenleuchten mit Geschick vorbereitet.

Die Unentschlossenen 

Über die Station Brass/Contrans fährt der Shuttle-Bus weiter zum Aufzug-Hersteller Hübschmann. Finja Werner aus Willingen (16) und Freundin Johanna Lamm (15) aus Rattlar berichten, dass sie zuvor bei Contrans eine Führung mitgemacht und am Stand der Fahrschule Vollbracht und Schmidt viel über den Beruf des Fahrlehrers gelernt haben. Die beiden besuchen die Uplandschule in Willingen und wissen noch nicht genau, was sie beruflich machen wollen. „Deshalb nehmen wir an der Nightwork teil“, sagt Finja Werner. Es gebe so viele Ausbildungsberufe, da helfe solch eine Veranstaltung, um die vielen Bereiche kennenzulernen. Dass die abendliche Jobmesse auch gespickt ist mit Events, Kulinarik, Musik und Party halten beide für „eine richtig gute Kombination, die bei jungen Leuten ankommt“.

Der Erfahrene 

„Die jungen Menschen wollen schon direkt wissen, was man in dem jeweiligen Beruf verdient und wie die Arbeitszeiten sind“, sagt Timo Schulze. Er ist Ausbilder bei der Firma Weidemann und bei der Nightwork einer der zahlreichen Ansprechpartner, wenn es um Job- und Ausbildungsfragen geht. Schulze berichtet, dass unter den angehenden Azubis, mit denen er sich unterhält, viele auch schon Vor-Informationen haben. „Die wissen genau, was wir machen und fragen ganz explizit, was sich hinter dem Beruf des Fertigungs- oder des Industriemechanikers verbirgt. Wie viele andere Unternehmen bietet die Firma Weidemann an dem Abend auch die Möglichkeit an, Bewerbungsunterlagen von Profis checken zu lassen.

Der Praktikant

Bevor Moritz Pollmann die Entscheidung trifft, welchen Beruf er ergreifen will, absolviert er fleißig Praktika. „Ich habe eines im Krankenhaus in der Geriatrie und eines bei der Stadtverwaltung in Korbach gemacht“, sagt der 16-Jährige. Nun wolle er sich auch über den Beruf des Altenpflegers informieren. Bei der Nightwork nutzt er am Stand der Seniorenpflegeeinrichtung „Haus am Nordwall“ die Gelegenheit dazu. „Die Altenpflege ist ein wundervoller Beruf, dem man aber auch gewachsen sein muss. Gerade in Praktika erfährt man, ob man die menschliche und fürsorgliche Ader dafür hat“, sagt Agnes Schmidt, Pflegedienstleitung im Haus am Nordwall.

Was die Organisatoren für ein Fazit zur Nightwork ziehen, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der WLZ am 5. September 

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