Leonie Grebe hat mit ihren zehn Jahren schon siebeneinhalb Jahre Bühnenerfahrung

„Nora ist ein bisschen so wie ich“

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Korbach - Leonie Grebe will auf gar keinen Fall die liebenswerte Prinzessin mit dem schicken, langen Kleid spielen, dann schon lieber den Bösewicht, aber auch der darf nicht zu böse sein.

Eigentlich mag Leonie als Schauspielrolle die Gute, die ein wenig jungenhaft daherkommt und es faustdick hinter den Ohren hat, wie etwa Pippi Langstrumpf. Auch Nora, die Drachenbezwingerin, ist aus diesem Holz geschnitzt. Und dieses burschikose Mädchen spielt Leonie, die heute zehn Jahre alt wird, im Kinderstück auf der Korbacher Freilichtbühne.

Die Lengefelderin mag Nora, denn „die ist ein bisschen so wie ich, die ist pfiffig“, sagt die Grundschülerin der Korbacher Westwallschule und beschreibt dann ein Mädchen, das das Mädchenhafte, das Zickige nicht mag. Nora nimmt vor den Erwachsenen auch kein Blatt vor den Mund – Leonie auch nicht? Bei dieser Frage grinst die Zehnjährige verschmitzt in sich hinein, als wollte sie sagen: Würde ich gerne – sagt aber dann: „Wenn ich so wäre, würde ich Ärger von meinen Eltern kriegen, meine Mutter findet Nora frech.“ Und Mutter Sabine, die neben ihrer Tochter sitzt, nickt zustimmend und fügt die Worte „viel zu frech“ hinzu.

Leonie hat mit ihren zehn Jahren bereits siebeneinhalb Jahre Bühnenerfahrung. Die Freilichtbühne Korbach zeigt hier einmal mehr, dass sie ein familienfreundlicher Bühnenbeschäftigungsverein ist, nach dem Motto wie der Vater so der Sohn, oder was für Leonie besser passt, wie die Mutter so die Tochter.

Und wenn man Leonie fragt, was sie an der Freilichtbühne besonders mag, sprudeln aus dieser Zehnjährigen Worte heraus, die schon sehr erwachsen, aber trotzdem nicht altklug klingen: „Freilichtbühne ist ein Gemeinschaftsleben, dabei hat man viel mit anderen Menschen zu tun, und die Erwachsenen hören auf unsere Ideen und sind ganz offen zu uns.“ Auf der Bühne stehen ist für die Zehnjährige aber nicht nur Spaß, denn „Theater kann ziemlich anstrengend sein“, sagt Leonie und erklärt warum: „Klar, gibt es auch Szenen, da kann man mal relaxen, aber manche sind wirklich schwer, zum Beispiel bei meiner Einzelszene unter der Linde, da habe ich die ganze Zeit Monolog und hatte dabei am Anfang auch Textprobleme.“

Schwierig sei auch, dass man sich die vielen Regieanweisungen merken müsse.Vielleicht ist es noch ihre kindliche Unbeschwertheit, warum Leonie vor einer Vorstellung kaum Lampenfieber verspürt. „Vor der ersten Aufführung hatte ich noch ein bisschen Schiss, weil die Autorin des Stücks, Frau Hach, im Publikum saß, aber die war dann sehr nett, und danach war ich nicht mehr aufgeregt.“

Theaterspielen mit den vielen Proben und Aufführungen heißt nicht selten, auch Verzicht zu üben. Leonie musste deswegen auf Reiten und Leichtathletik verzichten, und das ist ihr schon „sehr schwer gefallen“. Schule und Theater kann sie hingegen gut miteinander verbinden, und vor allem als sie nach den ersten Vorstellungen auf dem Pausenhof immer mal wieder hörte, wie jemand sagte: „Guck mal, dahinten ist die Nora“ fand sie es schon toll, Schauspielerin zu sein. Und das will sie auch noch lange bleiben.

Viele Rollen warten auf die burschikose Blondine, am liebsten wäre sie mal Pippi Langstrumpf, die hatte 1985 ihren letzten Auftritt in Korbach. Aber auch in „Hanni und Nanni“ oder „Fünf Freunde“ stecken für Leonie Lieblingsrollen drin.Heute ist Leonie aber erst einmal Leonie, denn sie feiert mit ihren Freundinnen ihren Geburtstag, und morgen ist sie wieder Nora, aber mit einem Unterschied zu den vorherigen Vorstellungen: Nora ist erst neun, Leonie aber schon zehn.

Weitere Aufführungen:

Die Feuerzangenbowle: Samstag 28. Juli (20 Uhr), Sonntag, 29. Juli (18 Uhr), Mittwoch, 1. August (20 Uhr), Freitag, 3. August (20 Uhr), Sonntag, 5. August (18 Uhr), Samstag, 11. August (20 Uhr)„Nora die Drachenbezwingerin“: Samstag, 28. Juli (15.30 Uhr), Sonntag, 29. Juli (14 Uhr), Samstag, 4. August (15.30 Uhr), Sonntag, 5. August (14 Uhr), Mittwoch 8. August (20 Uhr), Samstag, 11. August (15.30 Uhr), Sonntag, 12. August (15.30 Uhr)

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