20 Gruppen beim Adorfer Viehmarkt-Festzug

Vom NSA-Skandal bis zu "Super Mario" - Bildergalerie

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Diemelsee-Adorf - Am Festzug zum Adorfer Kram- und Viehmarkt beteligten sich am Sonntag Mittag 20 Gruppen.Originelle Ideen hatten die Teilnehmer. Auch viele aufwendig gestaltete Motivwagen rollten mit.

Gleich mehrere Gruppen griffen aktuelle politische Themen auf. Gegen die rechtswidrigen Schnüffeleien des amerikanischen Geheimdienstes NSA machte die Adorfer Landjugend mobil. Denn auch in Diemelsee werde abgehört getreu dem neuen Motto von US-Präsident Barack Obama: „Yes we scan“. Neugierige Späher, Agenten und hochgerüstete Kämpfer marschierten durch die Straßen, auf einem Wagen richtete Obama seine Parabolantennen auf den nachgebauten Berliner Reichstag aus. „Nicht mit uns“, schimpften die Jugendlichen. „Abhören? Sind wir denn beim Arzt?“

Obwohl: Vielleicht ließe sich ja mit derartigen Methoden herausfinden, wie die Sanierung der Dansenberghalle vorankommt. Und schon standen die Adorfer auf einem Wagen mit NSA-Ausrüstung hinter der Bürowand von Volker Becker: „Ob das mit Discoabend in der Halle klappt? Hören wir doch mal den Bürgermeister ab!“ – Auch die Benkhäuser Dorfjugend protestierte gegen die Machenschaften der NSA. Auf einem Wagen führten sie einen großen Antennenmasten mit, dahinter wuselten braune Tierchen: „Unsere Wanzen sind ganz Ohr ...“ In einem Wagen rollten Obama und die mit einem neuen Handy ausgestattete Kanzlerin Merkel. Kommentar der Benkhäuser: „Ein Freund, der gut zuhört“. Die Jugendlichen setzten einen „Wanzenschreck“ ein, der die Schnüffler vertrieb. Ob der Pleite-Flughafen Kassel-Calden oder die Renaturierung der Aar in Flechtdorf: „Steuergräber“ prangerte der Adorfer Burschenclub an. Statt der teuren Sanierung des Heringhäuser Haus des Gastes reiche doch auch eine simple „Bar des Gastes“ am See, fand er. Auch die CSU bekam ihr Fett weg: „Wenn der Staat das Geld verzammelt, wird es durch die Pkw-Maut eingesammelt.“ „Freizeitspaß“ am Diemelsee Das 90-jährige Bestehen der Diemeltalsperre nahm die Adorfer Siedlung zum Anlass, um für den „Freizeitspaß“ am See zu werben: ob Baden, Bootfahren, Segeln, Angeln oder eine Fahrt mit der „Muffert“. Auch Meeresgott Neptun entstieg dem Diemelsee, um mitzuziehen. Zum 50-jährigen Bestehen der Adorfer Mittelpunktschule zeigte die Klasse 9a eine Unterrichtsstunde früher und heute. Auch Hausmeister und Raumpfleger waren dabei. Der Adorfer Kettcarclub griff in liebevoll gestalteten Wagen Bauernregeln auf. „So sehen Sieger aus“, riefen die Bambini-Kicker des VfL Adorf, sie freuten sich über den WM-Titel. Die Wirmighäuser Landjugend setzte mit mehreren Wagen ihren Videospiel-Helden „Super Mario“ aufwendig in Szene. Alle Fantasy-Figuren des Spiels fanden sich wieder – für die Jury die überzeugendste Leistung des Festzuges. Die Rhenegger Dorfjugend griff die RTL-Show „Dschungelcamp“ auf und stellte das Lagerleben im Busch oder Ekel-Prüfungen dar. Die Vasbecker Dorfjugend gab sich militärisch wie die Freunde im Film „Das A-Team“ und warb fürs Teichfest. In Cabrios saßen die Diemelsee-Königin Ann Katrin Heinrich und die hessische Rapsblütenkönigin Nadine Krug aus Mardorf. Die 13 Ortsvorsteher hatten nicht in ihrem Wagen Platz genommen, sondern mit ihren Gesichtern bemalte Luftballons aufgehängt. Die vielen Zuschauer an den Straßen sollten erraten, wer gemeint war. Für Musik sorgten die Musikzüge der Adorfer Feuerwehr, aus Twiste, Breitenbach und Wolfhagen. Auch der Spielmannszug aus der Partnergemeinde Geschwenda war vertreten, er ist einer der ältesten in Thüringen.Traditionell führten Reiter des Adorfer Reit- und Fahrvereins den Zug an. Die Fahnenabordnungen, die Schützen und die Ehrengäste folgten. Der Feuerwehr-Oldtimer einer Brauerei fuhr am Schluss – Mitarbeiter verteilten frisch gezapftes Bier.

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