Wehrführer gibt Tipps zum richtigen Umgang mit selbstentzündenden Stoffen

Öllappen können Feuer entfachen

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Tipp von Wehrführer Jörn Häußler: Mit Öl getränkte Tücher am besten im Freien und ausgebreitet trocknen lassen.

Korbach - Handwerken ist der neue Trend bei Eigenheimbesitzern. Doch von manchem Stoff geht auch eine Gefahr für Leib und Leben aus. Korbachs Wehrführer Jörn Häußler weiß, von welchen.

Die Zeiten, in denen Kalium, Phosphor oder Magnesium in jedem Haushalt vorrätig waren, sind vorbei. Gott sei Dank, findet Jörn Häußler. Denn viele chemische Elemente bergen ein nicht ganz unerhebliches Risiko.

„Manche Stoffe sind allein wenig gefährlich. Wenn sie aber in Berührung mit anderen kommen, dann kann durchaus etwas passieren“, weiß der Feuerwehrmann, der an der Feuerwehrschule ausbildet. Doch die Gefahren haben sich minimiert. So war der Einsatz, zu dem er und seine Kameraden Ende Juni gerufen wurden, für ihn der erste dieser Art.

In einer Garage hatte ein Heimwerker einen Tisch mit Leinöl behandelt. Anschließend steckte er das durchtränkte Baumwolltuch in eine Tasche. Kurze Zeit später brannten die Stoffe. „Vor allem Leinöl ist ein Stoff, der sehr schnell reagiert“, weiß Häußler. Zusammen mit Sauerstoff reagiert das Öl und entwickelt dabei Wärme. „Das Risiko ist normalerweise sehr gering.“ Doch weil die Wärme im Lappen nicht abtransportiert werden konnte, wurde die Hitze irgendwann zu groß. Der Tipp des Fachmannes: Mit Öl getränkte Tücher am besten im Freien und ausgebreitet trocknen lassen. „Wer dann eine Feuerstelle im Garten hat, der kann den Lappen auch verbrennen. Gefährliche Stoffe enthält Öl ja nicht“, so Häußler. Niemals aber solle man den Lappen zusammenknüllen und in einem abgeschlossenen Raum oder gar der Mülltonne „entsorgen“. „Die Oberfläche ist dadurch furchtbar groß.“

Alle Öle würden mit Sauerstoff reagieren. Doch nur bei Leinöl sei die Reaktionsgeschwindigkeit derart schnell, weiß Häußler. „Gut, dass damals der Nachbar so schnell reagiert hat.“

Ähnliche Gefahren sieht er beispielsweise bei Farbverdünnung, die in einem zu kleinen Raum an einem Lappen haftet. „Da werden dann schnell gesundheitsgefährdende Werte erreicht“, so der 37-jährige Korbacher. (den)

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