Upländer Präventionstage“ eröffnet · Junge Künstler prämiert

Ohne eine Sucht sein Leben gestalten

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Kunst warnt vor Alkoholmissbrauch: Ulrike Ritter (Diakonisches Werk), Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf und Bürgermeister Thomas Trachte küren die Sieger des Kunstwettbewerbs.

Willingen - Ein Mädchen liegt am Boden. Ein Junge kann die Füße nicht mehr gerade voreinander setzen, ein anderer lässt torkelnd Flaschen von einem Tablett fallen: Zur Eröffnung der „Upländer Präventionstage“ erleben Schüler mithilfe von Theaterstück und Rauschparcours, wie sich Alkoholkonsum auswirkt.

In ihrem improvisierten Theaterstück „Saufen bis der Arzt kommt“ greift die Klasse G 7a der Uplandschule vor allem die gesundheitlichen Folgen auf. „Von vielen wird trotz aller Gefahren akzeptiert, wenn über das Limit getrunken wird“, berichtet Yvonne Pixa, Jugendarbeiterin und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft „Runder Tisch Suchtprävention“, während sie Vertreter aus Politik, Kirche und Wirtschaft, von Polizei und Uplandschule sowie interessierte Eltern im Willinger Besucherzentrum begrüßt.

Der „Runde Tisch“, an dem Vertreter der Gemeinde, der Uplandschule, der Polizei, des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg, der evangelischen Jugend Upland und des Fachdienstes Jugend seit 2000 alle sechs bis acht Wochen Platz nehmen, organisiert die Präventionstage.

„Es ist wichtig, dass wir gemeinsam präventiv arbeiten, um Jugendliche vor den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen von Alkohol- und Drogenmissbrauch zu bewahren“, betont Bürgermeister Thomas Trachte. Dass der Willinger Wochenendtourismus mit vielen feierfreudigen und alkoholisierten Gästen die Suchtprävention nicht leichter macht, ist ihm bewusst. Bei Gesprächen zur touristischen Weiterentwicklung habe die Gemeinde das „große gesellschaftliche Problem“ daher stets im Auge, verspricht Trachte und ergänzt: „Die Präventionstage schärfen das Bewusstsein.“

Bürger reagieren sensibler

„Prävention kann nicht früh genug beginnen und ist unverzichtbar, denn hinter jedem Fall steckt ein menschliches Schicksal“, stellt Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf klar. Darüber hinaus seien die (wirtschaftlichen) Folgen für die Gesellschaft erheblich, fügt er hinzu. Der Landkreis investiere daher in verschiedene Präventionsprojekte. Einige stellt der Gesundheitsdezernent kurz vor - verbunden mit dem Dank an alle Waldeck-Frankenberger, die sich für die Suchtprävention starkmachen. Dass sich die Arbeit lohnt und die Sensibilität gegenüber Alkohol- und Drogenmissbrauch wächst, zeigen laut Deutschendorf aktuelle Fälle wie die Diskussion um die erst 14-jährige Enser Weinkönigin.

Appell an Vereine

„Es ist wichtig, dass jeder aufmerksam und sensibel ist, wenn es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht - selbst wenn es unangenehm sein kann, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen“, fasst Yvonne Pixa zusammen. Ein starkes Selbstbewusstsein ist für sie das A und O, damit „ein Leben ohne Süchte gelingen kann“. Für die Zukunft wünscht sich die Mitarbeiterin der evangelischen Jugend Upland, Vertreter der heimischen Vereine am „Runden Tisch“ zu begrüßen.

Bevor es so weit ist, stehen bei den Präventionstagen zahlreiche Aktionen zu Suchtprävention, Mobbing sowie Sozial- und Medienkompetenz an (siehe Programm). Im Besucherzentrum sind darüber hinaus bis Freitag Kunstwerke der Uplandschüler zum Thema Alkoholmissbrauch zu sehen. Die gestern prämierten Sieger des Kunstwettbewerbs: Die Klasse E 1b (200 Euro für die Klassenkasse) gewinnt vor der G 7a (150 Euro) und den Klassen HR 8a, HR 8b und R 9a (jeweils 100 Euro.).

Programm

Die Upländer Präventionstage werden heute fortgesetzt. Neben mehreren schulinternen Veranstaltungen und zwei Puppentheatervorführungen für die Kindergärten findet von 16 bis 18 Uhr ein Online-Chat zum Thema „Generation Komasaufen“ statt (www.bke-onlineberatung.de). Er wird präsentiert von Ulrike Ritter und Klaus Fieseler (Fachstelle Suchtprävention des Diakonischen Werks). Um 18 Uhr beginnt im Besucherzentrum ein Vortrag für Eltern. Dr. Schüler-Springorum geht der Frage nach: „Macht Schule unsere Kinder krank?“ Es geht beispielsweise um die Auswirkungen von Schulstress und Mobbing in der Schule. (bk)

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