Goddelsheim

Opel-Chef kommt aus Goddelsheim

- Lichtenfels-Goddelsheim (jk). Ganz Lichtenfels ist stolz auf Karl-Friedrich Stracke (54). Der Goddelsheimer wird Anfang April neuer Vorstandschef bei Opel. Aufgewachsen ist Stracke auf einem Bauernhof.

„Ein schönes Bild von Karl-Friedrich, sieht besser aus als im Fernsehen“, sagt Elfriede Stracke schmunzelnd. Mit ihrem Mann Fritz und ihrer Tochter Elke Würtz sitzt sie im Wohnzimmer, vor ihnen auf dem Tisch einige Berichte über eine Top-Meldung der deutschen Wirtschaftsnachrichten.

„Opel-Aufsichtsrat glücklich mit Chefwechsel“, „Opel bekommt neuen Chef“ – so lauten die Meldungen. Und gemeint ist Karl-Friedrich Stracke, geboren in Goddelsheim bei „Katzes“, wie die Familie Stracke mit Hausnamen heißt. Die Gratulantenschar war am Freitag natürlich groß, denn der Aufstieg ihres Sohnes Karl-Friedrich zum künftigen Vorstandsvorsitzenden der Adam Opel AG (Rüsselsheim) hatte sich schnell herumgesprochen. „Viele Anrufe kamen auch aus unserer Verwandtschaft, die sich mit uns freuen“, erzählt Elfriede Stracke.

Von Kindesbeinen an war ihr Sohn immer sehr lebendig, erinnern sich die Eltern. Aufgewachsen mit den jüngeren Geschwistern Elke, Rainer und Gerd, war auch Karl-Friedrich mit dem Leben auf dem Bauernhof eng verwachsen. 1957 siedelten die Strackes aus dem Ortskern zum „Bockshof“, bauten neue Ställe und ein Wohnhaus. Karl-Friedrich besuchte die Volksschule im Dorf, ging dann zur Realschule nach Korbach, später zur Fachoberschule in Frankenberg.

„Ihm ging es vor allem um etwas Praktisches“, blickt Elfriede Stracke lebhaft zurück: Mittags, wenn ihr Sohn mit dem Moped aus der Schule kam, „dann hat er oft alles auseinander geschraubt“. Da lagen dann die Teile des Mopeds in der Waschküche, und auch die Mutter musste bisweilen anpacken, wenn ihr Sohn Karl-Friedrich tüftelte. Natürlich stets mit Erfolg, denn Karl-Friedrich war von besonderem Ehrgeiz gepackt, wenn es um technische Dinge ging, fügt der Vater an. Skifahren im Winter, Fußballspielen im Sommer, das waren seine Hobbys, berichtet Fritz Stracke über seinen Sohn.

Und der Vater spannte die Brüder natürlich auch in der Landwirtschaft ein. Fritz Stracke vergrößerte seinen Betrieb, den heute seine Söhne Rainer und Gerd erfolgreich weiterführen. Auch sie sind in Sachen Technik und Maschinenbau äußerst begabt. Karl-Friedrich jobbte derweil in etlichen Handwerksbetrieben – „und alle wollten ihn gleich dabehalten“, sagt Fritz Stracke. Karl-Friedrich entschied sich schließlich für ein Studium an der damaligen Gesamthochschule Kassel, das er als Maschinenbau-Ingenieur abschloss.

Nach dem Studium ging er zunächst zur Bundeswehr, 1979 folgte der Einstieg ins Berufsleben. Damals hatte Karl-Friedrich Stracke seine spätere Ehefrau Gaby aus Medebach bereits kennengelernt. Und Opel bot offenbar auch finanziell gute Konditionen für den jungen Maschinenbauer. So zog es Stracke nach Rüsselsheim in die Opel-Zentrale.

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