Etappenziele für das Korbacher Krankenhaus der Zukunft

„Operation Neubau“

Hier entsteht die neue intensivmedizinische Station. Geschäftsführer Christian Jostes und der kommissarische technische Betriebsleiter Markus Hesse erläuterten den Baufortschritt am Korbacher Krankenhaus.Fotos: Kleine

Korbach - Auf der neuen Intensivstation der Korbacher Klinik führen derzeit Elektriker, Putzer und Trockenbauer die Regie. Der Anbau für rund 20 Millionen Euro liegt im Zeitplan - und soll im Frühjahr 2016 bezogen werden.

Dicke Kabelstränge quellen im Erdgeschoss aus der Decke. Selbst ein versierter Gefäßchirurg würde hier wohl verzweifeln, um in dem Wirrwarr aus weißen, roten, grauen und grünen Strängen künftig den Durchfluss sicherzustellen. Für die Adern der Datenübertragung müssen derweil Elektriker und Netzwerktechniker die Operation übernehmen.

Christian Jostes, Geschäftsführer des Krankenhauses, und Markus Hesse, kommissarischer technischer Betriebsleiter, sind zuversichtlich: „Voll im Zeitplan, alles gut“, signalisiert Jostes beim Rundgang durch den Rohbau. Ende 2015 soll der neue Gebäudetrakt der Klinik fertig sein, danach folgt die Bauabnahme - im Frühjahr 2016 dann der Umzug.

Die Herausforderung ist groß, immerhin bietet der Anbau rund 5500 Quadratmeter Raum in zwei Baukörpern. Der vordere Trakt neben dem Haupteingang der Klinik erstreckt sich über dem Keller auf drei Etagen für drei neue Pflegestationen.

Unterm Strich bringt der Anbau rund 15 Patientenbetten mehr, das Stadtkrankenhaus wächst damit auf künftig insgesamt 240 Betten. Mehr Platz für Patienten kann die Korbacher Klinik offenbar gut gebrauchen, denn in den vergangenen Wochen herrschte Hochbetrieb auf den Stationen.

Der zweite Baukörper im neuen Anbau ist flacher und konzentriert sich im Erdgeschoss vor allem auf eine komplett neue intensivmedizinische Abteilung. Dazu gehören eine „Stroke Unit“ für Schlaganfallpatienten, außerdem eine sogenannte „Intermediate-Care-Station“. Hier werden Patienten versorgt, die im Übergang sind von der Intensivbetreuung zur Pflegestation.

Die Intensivstation bietet künftig vier Einbettzimmer und drei Zweibettzimmer, die „Intermediate Care“ und die „Stroke Unit“ jeweils einen Raum mit vier Patientenbetten.

Im Kellergeschoss unter der Intensivabteilung wird im Neubau die Küche für die Klinik eingerichtet. Ursprünglich sollte auch das Zentrallabor in den neuen Anbau. Nach jüngster Planung bleibt das Labor möglicherweise aber im Altbautrakt.

Hintergrund: Kein Landeplatz aufs Dach des Krankenhauses

Beim Hubschrauber-Landeplatz am Stadtkrankenhaus gerieten die Pläne in den vergangenen drei Jahren immer wieder ins Rotieren. Neuester Stand: Die Korbacher Klinik braucht vorerst doch keinen Landeplatz auf dem Dach des neuen Anbaus. Ein neuer Landeplatz für Rettungshubschrauber schlug in den vergangenen Jahren wiederholt politische Wellen in der Hansestadt. Angesichts der geschätzten Kosten von drei Millionen Euro für einen stählernen Landeteller auf dem Dach forderte das Krankenhaus aber Zuschüsse vom Land. Inzwischen sind die Debatten Makulatur, verweist Klinik-Geschäftsführer Christian Jostes auf eine Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums. Eine neue Richtlinie der Europäischen Union hat zwar die Vorschriften für Landeplätze verschärft, deutsche Kliniken hätten damit auf breiter Front Millionensummen investieren müssen. Um dies zu vermeiden, werden die Plätze für Rettungshubschrauber jedoch als „Public Interest Sites“ (Landestellen von öffentlichem Interesse) ausgewiesen. Zur Nothilfe für Patienten dürfen alle Landeplätze somit weiterhin genutzt werden. Fazit von Christian Jostes: „Der Landeplatz am Krankenhaus bleibt.“

Von Jörg Kleine

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