Korbacher Stadtverordnete billigen Pläne für Parkplätze an der Kalkmauer und fürs Berndorfer Tor

Optische Aufwertung fürs „Loch“

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Eine Ansicht von der Prof.-Bier-Straße auf den neu gestalteten Platz am Berndorfer Tor: Rechts führt die neue Rampe von den Parkplätzen hinunter. In der Mitte liegt das Rondell, dahinter erhebt sich der gläserne Anbau des Eiscafés. Unter der Unterführung ist die neue Treppe hoch zur Arolser Landstraße zu sehen. Der Platz wird mit grauen Steinen gepflastert. Zeichnung: Architekten Kleine + Potthoff

Korbach - Die Neugestaltung der Parkplätze an der Kalkmauer und des „Lochs“ am Berndorfer Tor kann beginnen: Das Parlament stimmte den Planungen einmütig zu.

Nach langen Diskussionen und einer Sitzungsunterbrechung billigten die Stadtverordneten am Donnerstag im Rathaus einstimmig die Pläne. Für zwei Projekte im „Loch“ behielten sie sich allerdings noch eine Entscheidung vor.

Bauamtsleiter Stefan Bublak stellte den Zeitplan und die Pläne für die Neugestaltung der Fläche am abgerissenen Parkdeck vor. Wie die WLZ berichtete, sollen drei „Parktaschen“, ein Toilettenhäuschen und eine Pergola mit Sitzgelegenheiten entstehen. Barrierefrei geht es eine Rampe hinunter ins „Loch“, das mit anthrazit-grauen Steinen gepflastert wird. Um einen Höhenunterschied von etwa 1,20 Meter baulich auszugleichen, soll am Eiscafé eine Art Rondell entstehen, das für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Im Mai beginnen

Die Stadt will die Arbeiten umgehend ausschreiben, schon Ende April sollen die Aufträge vergeben werden. Bis Mitte August sollen erste Teile des Parkplatzes fertig werden, bis Anfang September das „Loch“. Bauende: Sommer 2016. - In einer zweiten Präsentation erläuterte der Korbacher Architekt Hartmut Potthoff die privaten Umbaupläne: Das Eiscafé erhält einen neuen, vier Meter hohen gläsernen Vorbau und eine Faltwand im Baubestand. Sie soll im Sommer offen stehen. Auch das benachbarte Stoffgeschäft soll eine neue, gerundete Fassade erhalten, wodurch sich die Ladenfläche etwas vergrößert.

Die Stadt will die ohnehin marode Betontreppe zur Arolser Landstraße abreißen, Potthoff schlug ein deutlich verkleinertes filigranes Bauwerk mit offenen Stufen vor. So beeindruckt die Parlamentarier von den Plänen Potthoffs auch waren: Kritik regte sich am Vorgehen der Verwaltung. Wie zuvor im Bauausschuss bemängelte die SPD das Tempo der Stadt: Da werde dem Parlament eine Ausführungsplanung vorgestellt, und die solle noch am gleichen Abend beschlossen werden, erklärte SPD-Fraktionschef Henrik Ludwig. „Das ist ein Unding der Verwaltung, uns heute die Stimme abringen zu wollen“ - und das für eine Investition, die das Stadtbild über Jahrzehnte prägen werde.

Helmut Schmidt bemängelte zudem die Größe des Rondells, es sei letztlich eine von der Stadt finanzierte Erweiterung des Cafés. Auch die neue Treppe liege zu 90 Prozent im Interesse der Ladenbesitzer, „ich weiß nicht, warum sie von der Stadt bezahlt werden muss“.

Das Rondell sei „eine klassische öffentliche Fläche“, die „Eventcharakter und Lebendigkeit“ bringen solle, entgegnete Bürgermeister Klaus Friedrich, die Nutzung durch Private koste Gebühren. Und über die genaue Größe lasse sich noch reden.

FDP-Fraktionschef Arno Wiegand warnte wie Bublak und Friedrich vor Zeitverzögerungen, private und öffentliche Bauarbeiten müssten aufeinander abgestimmt sein, schon wegen der Angleichung der Höhenverhältnisse. Und Friedrich drückte aufs Tempo, um den Zeitplan zu halten: Die Einzelhändler benötigten die 94 neuen Parkplätze. Er schlug vor, sich noch um Ostern vor Ort zu treffen, um die Details zu klären.

Kompromissvorschlag Ludwigs: Die Arbeiten dürften ausgeschrieben werden, aber die „erhabene Fläche“ am Eiscafé und die Treppe zur Arolser Landstraße nur als „Option“. Die Umsetzung bleibe der Entscheidung der Stadtverordneten vorbehalten. Dies fand die Zustimmung aller. Friedrich bat, gleich nach Ostern eine Sondersitzung einzuberufen, die am Berndorfer Tor beginnen soll.

Von Dr. Karl Schilling

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