Treffen des „SL-Clubs Pagode“ mit über 200 Oldtimern in Willingen

„Pagoden" zwischen den Uplandbergen

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In Sonnengelb sticht dieser 230 SL aus den zumeist silbern, weiß oder dunkel lackierten Pagoden im Stadion der Willinger Mühlenkopfschanze hervor.

Willingen - Oldtimer-Fans kamen am Wochenende in Willingen auf ihre Kosten: Der „SL-Club Pagode“ feierte den 50. Geburtstag des Mercedes W113 ausgiebig.

„Ein absolut zuverlässiger Wagen mit klassischem Design“ sei der Mercedes W113, so Mercedes-Fan Werner Heidemann. Die Modelle 230 SL, 250 SL und 280 SL sind wegen des nach innen gewölbten Daches der Hardtop-Variante unter dem Spitznamen Pagode bekannt. 1963 wurden die ersten gefertigt, das Modell feiert also in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Grund genug für den 1981 gegründeten „SL-Club Pagode“ das Jubiläum seines Lieblings angemessen zu feiern.

Oldtimer von weit her

Zusammen mit den Internet-Gruppen „pagodentreff.de“ und „W113 Pagoda SL Group“ organisierte der 1700 Mitglieder zählende Club hierzu ein gemeinsames Wochenende in Willingen. Zum 33. internationalen Jahrestreffen kamen 210 Pagoden-Besitzer, viele davon mit langen Anreisen: Aus zahlreichen europäischen Ländern machten sich SL-Fahrer auf den Weg zum großen Jubiläum, besonders in England hat die Pagode viele Anhänger. Auch US-Amerikaner und sogar ein Paar aus Australien brachten ihre Wagen mit nach Willingen.

Die Mercedes-Freunde lernten dabei ab Donnerstag die Region gut kennen: Brauereibesichtigungen, ein Besuch im Ramsbecker Bergwerk, eine Ortsbesichtigung in Willingen und ein gemeinsamer Abend auf dem Ettelsberg standen auf dem Programm. Samstag folgte die „große Tour der Se(e)henswürdigkeiten“. Die Strecke führte auf 230 Kilometern durch das Sauerland am Möhnesee und Hennesee vorbei. Danach gab es einen gemeinsamen Galaabend im Sauerland Stern Hotel.

Bei der Tour dabei waren auch Michael und Karin Ende aus Volkmarsen mit ihrem silbernen 280 SL von 1968. „Eine Tour durchs Sauerland ist eine schöne Abwechslung, denn Waldeck kennen wir ja schon sehr gut“, führte der Daimler-Angestellte aus. Er habe schon immer einen Oldtimer besitzen wollen, 2005 habe er sich dann seine Pagode gekauft. Sein zuerst in den USA ausgeliefertes Modell brauchte zwar ein paar Anpassungen, aber er habe die Verbindungen und Fähigkeiten, um den Wagen so herzurichten, wie er es mag. Inzwischen sei er wieder im Originalzustand. „Man muss nur wissen, was man will“, erklärte der Volkmarser.

Am Sonntagvormittag fand die große Abschlussveranstaltung an der Mühlenkopfschanze statt, wo die 210 Pagoden gemeinsam aufgestellt wurden. „Eine Sammlung von Pagoden. Ich kenne kein schöneres Bild“, sagte Werner Heidemann, Vorstandsmitglied des SL-Clubs Pagode.

Die SL-Besitzer tauschten sich bei heiterem Wetter über ihre Wagen aus. Jost Schmerbeck, der Organisationsleiter des Treffens, gestand, sich schon als Kind auf der Internationalen Automobilausstellung in die Pagode verliebt zu haben. Auch die Gäste, darunter Bundestagsmitglied Bernd Siebert und Regierungspräsident Walter Lübcke, zeigten sich beeindruckt, Letzterer sogar etwas neidisch: „Bei mir hat es nur für einen SLK gereicht“, erklärte er schmunzelnd.

Überraschung aus der Luft

Zum Geburtstag des W113 wurde eine große „50“ aus Autos geformt, und auch die „Rennpagode“, das einzige erhaltene Stück aus Mercedes-Benz’ Ralley-Programm von 1963 und 64, fand viele Bewunderer. Auf den kurvigen Strecken des Sauerlandes sei der Wagen in seinem Element, merkte der Besitzer an.

Als Höhepunkt wurde eine Pagode per Hubschrauber eingeflogen. „Zum 50. können wir das schon mal machen“, meinte Heidemann und zog angesichts der zahlreichen Besucher ein Fazit: „Wir können hier auf ein wirklich erfolgreiches Treffen zurückblicken.“ (wf)

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