Nach Abrissarbeiten folgt Umgestaltung bis zum Berndorfer Tor

Parkdeck ab März Großbaustelle

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Bäume, Pergola, neue Toiletten: So soll der Übergang vom Berndorfer-Tor-Platz zum neuen Parkplatz an der Kalkmauer gestaltet werden.Skizze: Planungsgemeinschaft Landschaft und Freiraum, Kassel

Korbach - Mit Sitzgelegenheiten, neuem Pflaster und einer dezent gestalteten Bühne will die Stadt den Berndorfer-Tor-Platz aufmöbeln. Die Umgestaltung ist Teil des größten Korbacher Bauvorhabens in diesem Jahr.

Den aktuellen Stand der Entwurfsplanung für den Bau eines ebenerdigen Parkplatzes an der Kalkmauer stellte Bauamtsleiter Stefan Bublak am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss vor. Demnach werde mit dem Abriss des Parkdecks am 2. März begonnen. Der Auftrag, die fast 2000 Tonnen Stahlbeton zu beseitigen, habe eine Fachfirma aus Baunatal erhalten. Die Arbeiten sollen bis Ende März erledigt sein. Am 17. Februar ist eine Anliegerversammlung vorgesehen. Vor allem die Einzelhändler und Gastronomen in diesem zentralen Bereich der Fußgängerzone erhalten dann genaue Informationen, wie während der Bauphase Kunden und Lieferanten die Geschäfte erreichen können. Der Zeitplan sieht weiterhin vor, Anfang Mai mit den Bauarbeiten für den neuen Parkplatz zu beginnen. Ziel sei es, das Weihnachtsgeschäft nicht zu beeinträchtigen, die Anlage also bis spätestens 30. November weitestgehend fertigzustellen, sagte Bublak. Eventuell würde ein kleinerer Teil der Stellflächen dann erst im Frühjahr 2016 folgen.

Um den Stadtverordneten Entscheidungshilfe bei der Auswahl des Materials für die Pflasterung des Berndorfer-Tor-Platzes zu geben, würden in Kürze vier Musterflächen auf dem Bauhofgelände angelegt. Dort sollen außerdem Sitzelemente und eine vielseitig nutzbare, leicht erhöhte Bühnenfläche dem Areal mehr Anziehungskraft verleihen.

Für die größte Investition der Stadt Korbach in diesem Jahr sind im Haushalt knapp 1,8 Millionen Euro vorgesehen. Beim Abriss des Parkdecks müssen etwa 1800 Quadratmeter Betonsteinpflaster, etwa 635 Tonnen Stahlbetonfundamente, 2000 Quadratmeter Asphaltdecke, etwa 283 Tonnen Stahlbetonstützen, 1000 Tonnen Stahlbetondecke sowie rund 300 laufende Meter Stahlgeländer entfernt und entsorgt werden. Ebenerdig entstehen 125 neue Parkplätze - ohne hinderliche Betonsäulen. Auch die Parkbuchten werden 15 Zentimeter breiter: Jeder Parkplatz soll 2,65 statt bislang 2,50 Meter breit sein, die Stellplätze verteilen sich auf die untere Ebene des heutigen Parkdecks und des östlich der Bunsenstraße vorhandenen Parkplatzes.

Das in den 70er-Jahren gebaute Parkdeck ist marode, Gutachter hatten dem Beton-Zweckbau nur kurze Zeit gegeben, bis er abgerissen oder grundlegend erneuert werden muss. Die Stadtverordneten hatten sich deshalb im Februar für den Neubau eines ebenerdigen Parkplatzes an gleicher Stelle entschieden.

Neun Monate Bauzeit, in denen keine Parkplätze zur Verfügung stehen: Diese Aussicht bereitete Kai Schumacher Kopfzerbrechen. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler schlug deshalb während der Beratungen im Ausschuss vor, Kontakt mit umliegenden Firmen und Hausbesitzern aufzunehmen. Vielleicht könne so der ein oder andere bisher ausschließlich privat genutzte Stellplatz vorübergehend zur (freien) Verfügung gestellt werden. Bürgermeister Klaus Friedrich nahm diesen Vorschlag dankend auf und kündigte weitere Übergangslösungen an. Die Verwaltung werde prüfen, ob zum Beispiel durch Einbahnregelungen bestimmte Abschnitte benachbarter Straße als Parkflächen ausgewiesen werden können.

Von Thomas Kobbe

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