Korbach

Parlament hat entschieden: Hallenbad gründlich sanieren

- Korbach (jk). Das Hallenbad wird an Ort und Stelle gründlich saniert: Gegen die Stimmen der SPD votierte das Korbacher Parlament am Donnerstagabend für einen Antrag von CDU, FWG und FDP.

Nach dem lange erwarteten Beschluss der Stadtverordneten sieht die „Zukunft der Korbacher Bäder“ so aus:

  1. Freibad und Hallenbad bleiben an den bisherigen Standorten.
  2. Das Hallenbad soll alsbald gründlich saniert werden – ob Sportbad, Freizeitbad oder Sauna.
  3. Dabei geht es um „größtmögliche Beibehaltung des bisherigen Angebots“ – ob Vereine, Familien, Senioren oder Schulen.
  4. Die Sanierung soll Neubau-Qualität erreichen samt „energetischer Optimierung“ und Fördermöglichkeiten.
  5. Ziel ist, das Hallenbad ab Sommer 2010 zu sanieren, dann im Herbst 2011 wieder zu öffnen.
  6. Das Freibad soll dann ab 2013 angepackt werden.

Die Besucherränge waren Donnerstagabend voll im Rathaus, als es in den politischen Endspurt um die Bäder ging. Entsprechende Anspannung herrschte auch in den Fraktionen, denn sie debattierten seit mehr als drei Jahren über die Bäder.Die Fraktionssprecher lieferten sich ein verbales Gefecht, wie es seit rund zehn Jahren nicht mehr im Korbacher Parlament zu hören war. Nicht anschuldigend, aber oft sehr emotional. Kontrapunkte setzten insbesondere CDU-Fraktionschef Eckart Hardegen sowie Gudrun Limperg und Helmut Schmidt auf Seiten der SPD. Es war wie in den 90er-Jahren, als Hardegen und Schmidt in freier Rede rhetorisch geschliffen um politische Entscheidungen rangen.

Dabei wollte auch der – „zufällig“ – anwesende Ingenieur Klaus Meyer vom Gothaer Planungsbüro nichts anbrennen lassen: Der Beton im Hallenbad hält noch, die Aussagen seien verlässlich, betonte Meyer. Denn gerade am Betongutachten hatte die SPD ihre Zweifel.

Der Antrag der SPD wurde jedoch abgelehnt. Die SPD schlug vor, zunächst eine „Minimalsanierung“ abzuklären – für maximal eine Million Euro. Dann wäre einige Jahre Zeit, um auf finanzielle Besserung für ein neues Kombibad auf dem Freibadgelände zu hoffen. Nur wenn der Mindestaufwand im Hallenbad über einer Million Euro liege, sollte nach Ansicht der SPD die große Sanierung gewählt werden.Möglichst geringe Kosten zum Wohle der Bürger unterstrichen alle Fraktionen unisono. Doch überzeugte am Ende Hardegens Appell: „Lassen wir doch den Luftballon mit Träumereien wieder fliegen.“

Mit der Sanierung des Hallenbads am aktuellen Standort sehen die Grünen derweil einen weiteren Vorteil, wie Sprecherin Heike Kramer erklärte: Es bleibe die Möglichkeit, das Freibad künftig in ein Natur-Erlebnisbad umzubauen.Die Kosten für eine gründliche Sanierung des Hallenbads wurden zuletzt auf rund 7,8 Millionen Euro geschätzt. Dabei wollen alle Fraktionen in der realen Umsetzung möglichst eine günstigere Lösung erzielen.

Mehr in unserer WLZ-Ausgabe vom 5. Februar.

Ein Video zur Hallenbad-Sanierung gibt es hier.

Kommentare