Korbacher Krankenhaus investiert 150 000 Euro in neue Röntgentechnik

Patienten in drei Dimensionen ablichten

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Das neue Gerät soll dreidimensionale Bilder während der Operation liefern. Sehr zur Freude der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Korbach - Das Korbacher Krankenhaus investiert in neue Geräte: Sowohl die Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie als auch diejenigen für Gefäßchirurgie können künftig mit neuen Röntgengeräten die Patienten noch genauer durchleuchten.

Dr. Hubert Bölkow schwärmt in höchsten Tönen: „Unser neues aufwendiges Untersuchungsgerät kann während einer Operation dreidimensionale Bilder produzieren“, erklärt er begeistert. Und das bedeute, dass die Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie künftig noch genauer arbeiten können. „Die neue Technik ersetzt das übliche Röntgen und die Computertomografie“, sagt der Chefarzt. Beides wird künftig in einem erledigt - und das während der Operation.

Bilder während der OP

Warum das so praktisch ist? „Wenn wir bei einer Wirbelverletzung Implantate setzen müssen, dann positionieren wir künftig erst den Draht und machen mit dem neuen Gerät dann ein dreidimensionales Bild“, erklärt Dr. Bölkow. Dieses Bild gibt den Medizinern einen ganz genauen räumlichen Eindruck des Knochenbaus. „Durch die dreidimensionalen Bilder können wir Implantate millimetergenau setzen“, so der Experte. Und bei Operationen an der Wirbel­säule oder den Gelenken kommt es auf jeden Millimeter an. Bestätigt das dreidimensionale Bild den Platz für das Implantat, wird es gesetzt, sonst korrigiert. Ähnliches gilt bei Brüchen: Sie werden mit Drähten stabilisiert, dann mit dem neuen Gerät ­aufgenommen, bevor Schrauben und Platten eingesetzt werden - alle Schritte werden während einer Operation durchgeführt.

Mussten sich die Mediziner früher auf klinische Erfahrung und Fotos auf zwei Ebenen verlassen, erhalten sie nun die höchstmögliche Genauigkeit. Die Strahlenbelastung sei allerdings höher als beim konventionellen Röntgen, räumt Dr. Bölkow ein, schließlich würden deutlich mehr Röntgenimpulse abgegeben. Die Abwägung der höheren Belastung gegenüber der höheren Sicherheit falle aber zugunsten des Patienten aus. Die zusätzliche Strahlenbelastung, die bei der Computertomografie entstehe, gleiche die Rechnung auch wieder aus.

„Wir haben lange überlegt, ob wir diese Investition wagen“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Kluß. Schließlich hat das Gerät rund 150 000 Euro gekostet. Aber mit der neuen Technik hebe sich das Krankenhaus nun weit und breit ab und werde seinem Titel als regionalem Traumazentrum gerecht. So absolvieren die Ärzte im Jahr etwa 240 Wirbelsäuleneingriffe. „Das neue Gerät wird also ab sofort tagtäglich im Einsatz sein“, kündigt Dr. Bölkow an.

Moderne Gefäßdarstellung

Auch Dr. Jochen Klotz, seit April 2013 Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, steht ab sofort eine neue Technik zur Verfügung: Ein modernes Röntgengerät ermöglicht künftig eine strahlungsarme und Kontrastmittel sparende Gefäßdarstellung im bewegten Bild.

Das Krankenhaus reagiert mit der Anschaffung des neuen Gerätes auf ein modernes Verfahren, das Chefarzt Dr. Klotz in Korbach etabliert hat. Bei dieser Methode erfolgt die Wiedereröffnung eines verengten oder verschlossenen Gefäßes durch Einführen eines speziellen Katheters, an dessen Spitze sich ein aufblasbarer Ballon befindet. Die Gefäßdarstellung erfolgt röntgenologisch mit Kontrastmittel. Über eine Punktionsstelle in der Beinarterie wird dieser vorsichtig bis zur Engstelle vorgeschoben. Hier wird der Ballon entfaltet und die Engstelle beseitigt. Bei Bedarf wird zusätzlich eine Gefäßstütze eingesetzt, um den Wiederverschluss der Arterie zu verhindern.

Dr. Klotz erklärt: „Die Vorteile der Methode liegen darin, dass die Beseitigung der Gefäß­enge ohne operativen Eingriff erfolgt.“

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