Korbach

Perfekter Dialog der Instrumente

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- Korbach (sim). Mit einem glanzvollen Auftritt hat das Eisenberg-Blechbläser-Ensemble im Zusammenspiel mit Stadtkantor Eberhard Jung die „Konzertwoche zur neuen Kuhn-Orgel“ in der Korbacher Kilianskirche eröffnet.

Das neue Format übertrug sich auch auf die Sitzordnung: Jeder der rund 200 Besucher wollte die Bläserformation im Blick haben, die unter Leitung von Landesposaunenwart Andreas Jahn spielte. Anstelle des sonst üblichen Chorraums hatte das Ensemble sich nämlich im Seitenschiff aufgebaut, im Hintergrund die silbrig glänzenden Kuhn-Orgel. So kam es, dass sich die Gäste vorzugsweise im hinteren Kirchenteil einfanden, um gebannt dem Auftaktkonzert zu lauschen. So ungewöhnlich wie das äußere Arrangement, so hochkarätig war auch das Programm zusammengestellt. Zu hören waren geistliche Werke aus vier Jahrhunderten: Perlen von Bach und Strauß, Buxtehude und Praetorius, Gabrieli und Mendelssohn Bartholdy brachten Eberhard Jung und das Eisenberg-Ensemble zu Gehör.

Dreht sich die Konzertwoche auch in erster Linie um die Orgel, stahl diese den Bläsern zum Auftakt dennoch nicht die Schau. Ein besonders harmonisches und eindrucksvolles Zusammenspiel war immer dann zu hören, wenn sich ein regelrechter musikalischer Dialog der Instrumente – wie etwa in „Es woll‘ uns Gott gnädig sein“ von Michael Praetorius – entspann. Aber auch mit Orgelklang „pur“ und in voller Pracht erfüllte Stadtkantor Jung den Kirchenraum gleich mehrfach. So versetzte er mit Buxtehudes „Präludium und Fuge in g-Moll“ den Steinboden in Schwingungen, ließ die Orgel jubilieren und präsentierte Bach mit dessen „Fantasia in G-Dur“ von einer ungewohnt verspielten Seite. Jung erfüllte damit den während der Begrüßung von Stefan Hermann, Vertreter der Stadtkirchengemeinde, geäußerten Wunsch, die Orgel möge zur Ehre Gottes und den Menschen zur Freude ertönen.

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