Kirchen schließen sich Bitte des Flüchtlingsberaters an

Petition gegen Eil-Abschiebung

- Korbach (md). Mit einer Eil-Petition wollen Flüchtlingsberatung und Korbacher Kirchen erreichen, dass Baskim Celic wenigstens nicht krank abgeschoben wird: Als diskriminierter Roma habe er im Kosovo wenig Chancen auf eine ordentliche Krankenbehandlung.

Rufus Böhringer, der Flüchtlingsberater des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg, hat am Montag eine Eil-Petition an den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags gefaxt. Darin bittet er, die Abschiebung des Familienvaters Baskim Celic auszusetzen (siehe Hintergrund). Ihr haben sich die in der Ökumene Korbachs vertretenen Pfarrer der evangelischen und katholischen Kirchen, der Freien evangelischen Gemeinde, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) und der Selbstständig Evangelisch-Lutherischen Kirche angeschlossen.

Derzeit ist noch ein Verfahren beim Verwaltungsgericht in Kassel anhängig. Darin klagt der Anwalt des 30-jährigen Baskim Celic gegen die Ablehnung des Asylantrags. Sollte der Richter die Klage negativ bescheiden, könnte die Zentrale Ausländerbehörde Baskim Celic ungeachtet seines gesundheitlich und psychisch gefährdeten Zustandes sofort in den Kosovo abschieben, erklärt Rufus Böhringer. Die anhängige Petition jedoch wirke zunächst „abschiebeverhindernd“: In der Zeit, in der sie vom Petitionsausschuss bearbeitet wird, werde Baskim Celic nicht aus dem Land gebracht. „Das Land Hessen bietet diesen guten Sonderweg – anders als andere Länder“, erklärt Böhringer. Auf Nachfrage der WLZ-FZ beim Hessischen Landtag, ob die Petition angekommen sei, hieß es, zu Petitionen gebe es grundsätzlich keine Auskunft.

Wer sich gegen die sofortige Abschiebung von Baskim Celic einsetzen wolle, könne die Petition wirkungsvoll unterstützen, erklärt Böhringer: „In einem Brief an den Petitionsausschuss kann sich jeder auf den Brief des Diakonischen Werkes berufen und den Inhalt unterstützen, auch seine Betroffenheit zum Ausdruck bringen“, sagt Rufus Böhringer (Postanschrift: Siehe Stichwort). Auch die Bitte an heimische Landtagsabgeordnete, sich einzubringen, könne helfen, unterstreicht der Flüchtlingsberater.

Unterdessen soll die Unterschriftenaktion von Berliner Schule und Kirchen mindestens bis zum kommenden Wochenende laufen. Im Korbacher Bürgerhaus liegt nun ebenfalls eine Unterschriftenliste aus.

Petitionen können schriftlich per Post oder Fax eingereicht werden. Petitionen werden gerichtet an: Petitionsausschuss des Hessischen Landtags, Schlossplatz 1-3, 65183 Wiesbaden; per Fax 0611/350-459; per E-Mail: petitionen@ltg.hessen.de.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 15. Februar

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