Korbach

Plagiate verkauft, Verfahren eingestellt

- Korbach (tt). Weil er bereits Ende August in Kassel zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden ist, stellte das Korbacher Amtsgericht gestern ein weiteres Verfahren gegen einen 37-Jährigen ein.

Dem Mann aus Diemelstadt wird vorgeworfen, in zwölf Fällen bewusst Plagiate von iPhone-Produkten im Ausland gekauft und in Deutschland teurer weiterverkauft zu haben. Der gebürtige Kasache mit deutscher Staatsbürgerschaft habe demnach bei einer Firma in Hongkong Schutzhüllen, USB-Kabel, Kopfhörer und Ladegeräte für das iPhone zu einem günstigen Preis erstanden. Die Plagiate veräußerte er als Originale bei E-Bay weiter.

So bestellte er zum Beispiel Handyschutzhüllen für 0,50 US-Dollar pro Stück, verkaufte sie aber für vier bis sechs Euro weiter. Laut Anklage wusste der sechsfache Familienvater, dass es sich um Markenfälschungen handelte. Damit würde ein Verstoß gegen das Markengesetz vorliegen. Der Verteidiger des 37-Jährigen erklärte, dass alle Anklagepunkte zutreffen, allerdings sei der Angeklagte beim Kauf der Waren von original Zubehör ausgegangen.

Somit habe sich der Diemelstädter zu keiner Zeit im Unrecht gefühlt. Er habe zudem zusammen mit seiner Frau geplant, ein eigenes Unternehmen zu gründen und das Handyzubehör professionell zu verkaufen. Dass die Ware aus Hongkong so günstig war, brachte der 37-Jährige in Zusammenhang mit den Mengen, die er bestellte.

Aufgrund eines kürzlich gesprochenen Urteils des Landgerichtes Kassel wurde das aktuelle Verfahren eingestellt. In dem Verfahren vom 28. August ging es um Steuerhehlerei durch die Abnahme und den Verkauf von unversteuerten Zigaretten. Dafür wurde der Diemelstädter zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und 150 Arbeitsstunden verurteilt. Richter Damm stellte das aktuelle Verfahren ein, da die zu erwartende Strafe gegenüber dem bereits gesprochenen Urteil nicht erheblich ins Gewicht fallen würde. Beide Verfahren hätten zusammengelegt werden müssen. Die Gesamtstrafe wäre dann nur geringfügig höher ausgefallen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 21. September.

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