Korbach

Platz an der Sonne für Kellerkinder

+

- Korbach (lb). Der Umzug ist geschafft, doch die Arbeit fängt jetzt erst richtig an: Die Aufarbeitung von alten Verwaltungsakten aus dem Rathaus wird das Stadtarchiv über Jahrzehnte beschäftigen.

Die einstigen Kellerkinder haben jetzt einen Platz an der Sonne: Aus den engen Katakomben des Bürgerhauses sind die zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter des Stadtarchivs in den vergangenen Wochen mit historischen Urkunden, Akten, Fotos, Karten und Büchern im Gepäck quer über den Obermarkt in die ehemalige Druckerei im WLZ-FZ-Verlagsgebäude umgezogen. „Der Umzug ist komplett abgeschlossen, alle Archivalien sind in den neuen Räumen. Wir nutzen die Gelegenheit jetzt für eine Inventur“, sagt Archivleiter Hans-Rudolf Ruppel. Denn die Archivare kennen längst nicht alles, was in den säurefreien Mappen und Kartons aufbewahrt wird.

Ein großer Teil der Dokumente ist noch nicht aufgearbeitet und in Verzeichnissen aufgelistet. „Wir haben noch einige Kartons. Da wird es noch das eine oder andere Aha-Erlebnis geben“, vermutet Ruppel. Platz zum Arbeiten gibt es jedenfalls reichlich: Insbesondere die großen, modernen und hellen Büros im neuen Stadtarchiv hätten manchen Rathaus-Mitarbeiter schon etwas neidisch gemacht, sagt Ruppel schmunzelnd. Allzu sonnig darf es freilich auch im neuen Domizil nicht sein: Kernstück ist das neue Magazin mit platzsparendem Rollregalsystem. Jalousien vor den Fenstern und spezielle Folien, die die ultraviolette Sonnenstrahlung abschirmen, verhindern, dass Schriften der Dokumente – wie alte Zeitungsbände, Ortsteilsakten oder die Ausgaben des fürstlich-waldeckischen Regierungsblattes – verblassen und sich die Zellulose im Papier auflöst.

Mit 450 Quadratmetern Nutzfläche ist das Stadtarchiv im Vergleich zu vorher fast doppelt so groß. Platz, der dringend gebraucht wird: Denn gewaltige Aktenberge aus dem Rathaus kommen derzeit zum Archivgut hinzu.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 4. Februar

Kommentare