Einer der ältesten Posaunenchöre im Bereich der evangelischen Landeskirche

Posaunenchor Eimelrod besteht 110 Jahre

Eimelrod - Der Posaunenchor gehört zu den Kulturträgern im Ort und ist fest im dörflichen Leben verankert. Am kommenden Samstag feiert er einen runden Geburtstag: Er wird 110 Jahre alt und ist damit einer der ältesten im Bereich der gesamten evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck.

Der Posaunenchor wurde am 21. März 1905 von 13 Bläsern gegründet, die den damaligen Pfarrer Heinemeyer zu ihrem Vorsitzenden und Dirigenten wählten. Im Gründungsprotokoll stellten sie die Weichen für die Zukunft: „Der Verein ist unauflösbar, solange die Mitgliederzahl drei beträgt und auch dann erst nach einer Ruhepause von drei Jahren.“ Es wurde ein „Eintrittsgeld“ in Höhe von drei Mark erhoben und der Monatsbeitrag auf 25 Pfennig festgelegt. Zu den Pflichten der Bläser gehörte es, neben dem Instrument auch ein Brikett oder ein Stück Holz zur Probe mitzubringen, um den Probenraum im Jugendheim aufzuheizen. Jüngere Bläser mussten frühzeitig den Ofen anfeuern – nicht immer mit Erfolg. Der Eimelroder Posaunenchor hat zwar eine kirchliche Anbindung, ist aber völlig selbstständig und nicht abhängig von der Kirche. „Soweit wir wissen, ist das eine Besonderheit und einzigartig in Deutschland“, berichtet Vorsitzende Christiane Gänz. Wirkten früher ausschließlich Männer mit, so gehören inzwischen auch zahlreiche Bläserinnen dazu. Der Verein hat zurzeit 154 Mitglieder, davon 24 Aktive im Alter von acht bis 80 Jahren, und zwölf Ehrenmitglieder. Der Vorstand legt besonders viel Wert auf die Jugendarbeit. So wirken in der Jungbläsergruppe augenblicklich sechs Anfänger mit. Für die musikalische Leitung ist Jörg Tannhäuser verantwortlich. Als weitere Dirigenten stehen ihm Marei Tannhäuser, die sich im besonderen Maße für die Ausbildung des Nachwuchses engagiert, und Regina Bandlow zur Seite. Der Posaunenchor zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus; zum Repertoire zählen neben geistlichem Liedgut auch Volks- und Stimmungslieder sowie einige Schlager. Die Musiker setzen festliche Akzente in Gottesdiensten, bringen Ständchen, wirken bei Konzerten mit und pflegen alte Traditionen, zum Beispiel das alljährliche weihnachtliche Kurrende-Blasen in Eimelrod, Hemmighausen und Deisfeld. Aus Anlass des 110-jährigen Bestehens findet am Samstag, 21. März, ein Jubiläumsgottesdienst statt. Er beginnt um 18.30 Uhr in der Kirche und wird vom früheren Eimelroder Pfarrer Kurt Heyer (jetzt Sachsenhausen) gehalten und von Simone Kesper-Suhr (Orgel) mitgestaltet. Anschließend steht eine Feier in der Pfarrscheune auf dem Programm. Zu den Veranstaltungen sind alle Freunde des Chors – unabhängig von einer Mitgliedschaft – eingeladen.Zu den weiteren Aktivitäten in diesem Jahr gehört ein Konzert am Samstag, 18. Juli, im Kurpark gemeinsam mit dem Männergesangverein. Von Ulrike Schiefner

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