Streik auf acht Kommunen im Altkreis Waldeck ausgeweitet

Postler demonstrieren in Korbach

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Rund 30 Beschäftigte der Post demonstrieren in der Korbacher Fußgängerzone.

Korbach - Post-Mitarbeiter haben gestern ihren Ausstand fortgesetzt. In Korbach versammelten sich am Dienstag mehr als 30 Streikende zu einer Kundgebung. Der Arbeitskampf hat mittlerweile auch Waldeck und Vöhl erreicht.

Von der Waldecker Bank aus zogen die Post-Mitarbeiter am Nachmittag mit Plakaten, Fahnen und Trillerpfeifen durch die Innenstadt zur CDU-Geschäftsstelle in der Hagenstraße, um dort Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon augzurufen, zur Lösung des Tarifkonflikts beizutragen. „Der Bund als Großaktionär mit 21 Prozent der Anteile an der Deutschen Post AG ist in der Verantwortung“, erklärte Karl-Friedrich Sude (Nordenbeck), Betriebsratsvorsitzender der Post-Niederlassung in Kassel.

In dem Tarifstreit geht es vor allem um 49 regionale Paketgesellschaften, die die Post ausgegründet hatte und die Verdi in den Haustarifvertrag zurückholen will. Dieser sieht nach Angaben der Gewerkschaft bis zu 30 Prozent höhere Bezüge vor.

Im Altkreis Waldeck werden viele Zustellbezirke bereits seit mehr als zwei Wochen bestreikt. Die liegen gebliebenen Briefe und Pakete stapeln sich palettenweise in einem zuvor leerstehenden ehemaligen Supermarkt. Seit Dienstag sind auch die Zusteller in Waldeck und Vöhl aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Bis auf Bad Wildungen, Edertal und Willingen sind damit alle Kommunen des Altkreises vom Streik betroffen. „Von 53 Arbeitsplätzen werden etwa 35 regelmäßig bestreikt“, sagte Sude. Einen Arbeitskampf vergleichbaren Ausmaßes habe es zuletzt Anfang der 1990er Jahre gegeben, so der Betriebsratsvorsitzende.

Verdi wirft dem Logistikkonzern mit 140000 Tarifkräften und 38000 Beamten „erpresserisches Lohndumping“ vor. Die Post habe einen Betriebsgewinn von fast drei Milliarden Euro und eine Rendite von 8,3 Prozent erwirtschaftet, sagte Sude. Seit Jahresbeginn werde aber den mit befristeten Verträgen gehaltenen Paketzustellern der Post und neuen Zustellern nur noch ein Vertrag mit einer der ausgegründeten Paketgesellschaften angeboten. Verdi befürchtet außerdem, dass auch die Briefzustellung in Tochtergesellschaften ausgelagert wird. Die Beschäftigten sollten nun für noch mehr Gewinn und noch mehr Rendite zahlen, sagte Sude.

Von Lutz Benseler

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