Volker Barth und Michael Götte schulen im Rahmen von „100 pro Reanimation“

Potentielle Lebensretter an LPS

+
Was ist zu tun, wenn jemand einen Herzstillstand erleidet? Die Achtklässler der Louis-Peter-Schule wissen es. „Prüfen. Rufen. Drücken“. Leon (13) macht es vor.

Korbach - Prüfen, rufen, drücken: Drei Worte, die Leben retten können. Michael Götte und Volker Barth geben Schülern der achten Klassen an der Louis-Peter-Schule einen Reanimationskurs.

„Stellt euch vor, ihr lauft in Korbach durch die Stadt und plötzlich fällt jemand um. Wisst ihr, was zu tun wäre?“ Oberarzt Volker Barth bringt die Notwendigkeit der Herzdruckmassage in Zusammenhang mit konkreten alltäglichen Situation. Mit seinem Kollegen Michael Götte, Fachkrankenpfleger der Anästhesie und Intensivmedizin, schult er Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der Louis-Peter -Schule.

„Zuerst müsst ihr die Person ansprechen“, erklärt er den 13- bis 14-Jährigen. Sie könnten ruhig an der Schulter rütteln um zu schauen, ob er oder sie tatsächlich ohnmächtig ist. Wenn keine Reaktion folge und die Schüler dann bemerkten, dass die Atmung ungewöhnlich sei oder gar ganz ausgesetzt habe, sollten sie Hilfe holen. „Bis ihr das alles gemacht habt, ist schon einige Zeit verstrichen. Wenn es sich aber wirklich um einen Herzstillstand handelt, müsst ihr schnell reagieren“, erklärt Götte. Die Mitte des Brustkorbs suchen, Hände platzieren und dann Drücken. 100 Mal in der Minute. Andernfalls funktioniere das Gehirn nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff nicht mehr, nach 20 Minuten setzte das Herz aus. Deshalb sei es so wichtig, mehr Laien dazu zu bewegen, eine Reanimation durchzuführen. So könnten jährlich 4000 bis 5000 Menschenleben gerettet werden. „Prüfen. Rufen. Drücken.“ Ein ganz einfaches Prinzip.

Deshalb haben sich Barth und Götte auf die Fahnen geschrieben, mehr Menschen zur Ersthilfe zu bewegen. Ehrenamtlich gehen sie an Schulen, sie wollen die Hemmschwelle abbauen. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Ein Leben retten - 100 pro Reanimation“ besuchen sie noch die Alte Landesschule, kommenden Freitag findet um 19 Uhr im Bürgerhaus eine öffentliche Schulung statt.

Die magische Formel

Unterstützt wird ihr Vorhaben vom Förderverein des Korbacher Krankenhauses. Mit 2000 Euro hat dieser die Reanimationspuppen gesponsert, an denen sich auch die Schüler der Louis-Peter-Schule erproben. Der Verein sei auch noch auf der Suche nach neuen Mitgliedern, wirbt Vorsitzender Walter Meier.

30 Mal drücken, zwei Mal beatmen. Das sei die magische Formel. Ganz schön anstrengend für die potentiellen Ersthelfer. Aber es lohnt sich und ist eigentlich gar nicht so schwer, befinden die Jugendlichen nach der kurzweiligen Schulung. Und auch die Reanimation mit einem Defibrillator, die Barth und Götte mit den Schülern nachstellen, könne in Zukunft der Faktor sein, der es den Ersthelfern erleichtere, die Initiative zu ergreifen und sie somit zu potentiellen Lebensrettern mache.

Kommentare