Arbeiten für dritten Bauabschnitt laufen planmäßig · In zwölf Jahren 50 Millionen Euro investiert

„Praktisch ein neues Krankenhaus“

+

Korbach. - Der neue Trakt des Stadtkrankenhauses nimmt Formen an. Bis 2015 entsteht ein weiterer Anbau für insgesamt rund 20 Millionen Euro Baukosten.

Zwölf Jahre nach Beginn der Planungen, das Krankenhaus grundlegend zu erweitern, soll der dritte Teil des groß angelegten Bauprojekts abgeschlossen werden. Im Zuge des ersten und zweiten Bauabschnitts (2001 bis 2003 und 2005 bis 2008) entstanden ein hotelartiger Empfang am neuen Haupteingang, eine zentrale Aufnahme (Röntgen, EKG, Echokardiografie und Operationssäle), drei neue Stationen sowie im Altbau eine moderne Geburtshilfe.

Im entstehenden Trakt auf dem derzeitigen Parkplatz-Areal an der Schillerstraße werden drei neue Pflegestationen mit jeweils 34 Betten, einschließlich einer speziell betreuten „Intermediate-Care-Station“, eine neue Intensivabteilung, Zentralküche und Zentrallabor eingerichtet. „Die Stadt Korbach wird nach Fertigstellung praktisch über ein neues Krankenhaus verfügen“, beschreibt Geschäftsführer Wolfgang Kluß das Vorhaben. Insgesamt seien dann etwa 50 Millionen Euro in den erheblich gewachsenen Gebäudekomplex investiert worden.

Der dritte Bauabschnitt soll insgesamt 19,8 Millionen Euro kosten. Aus eigener Tasche muss die Klinik 5,2 Millionen Euro finanzieren. Den Löwenanteil der Baukosten trägt das Land. „Wir liegen im Terminplan“, stellt Kluß fest. Das heißt: Der Rohbau steht im Januar, und ab Mitte 2015 läuft der Betrieb. Bis dahin haben nicht nur die Bauarbeiter der beteiligten Firmen gut zu tun. „Wir werden ab Frühjahr mitunter bis zu 30 ausführende Gewerke gleichzeitig koordinieren“, erklärt Eckhard Freund, technischer Leiter des Krankenhauses, das „volle Programm“. Damit der richtige Plan auch immer in den richtigen Händen ist, die umfangreichen Installationen für die Medizintechnik fehlerfrei angebracht werden und niemand das mit allen Abteilungen abgestimmte Raumkonzept durchkreuzt, avancieren Baubesprechungen zu Fixpunkten in Freunds und Kluß‘ Terminkalender.

„Ob die vor über fünf Jahren kalkulierten Kosten gehalten werden können, lässt sich in diesem frühen Stadium nicht sagen“, betont Kluß. Die für die Berechnung verantwortliche Frankfurter Aufbau AG gehe zwar „zurzeit noch davon aus“, weise aber auch darauf hin, dass „das Preisniveau im Baugewerbe wegen der guten Auftragslage“ der Bauunternehmen erheblich gestiegen sei. „Am Ende wird es auf die Ergebnisse der Ausschreibungen ankommen“, bekräftigt Freund.

Praxen für Fachärzte

Mehrkosten für vorgesehene Planänderungen dürften laut Kluß jedoch auf jeden Fall entstehen, etwa durch den möglicherweise auf das Dach zu verlegenden Hubschrauberlandeplatz oder die Verbreiterung des Gebäudes. Denn ein vergrößerter Hauptgang böte die Option, „später einen weiteren Gebäudeteil anzuhängen“.

Die nach dem Umzug in den neuen Trakt frei werdenden Räume im Altbau sollen zu Facharztpraxen umgebaut werden, erläutert der Geschäftsführer. Diese Nutzungsform habe Priorität. Bereits jetzt arbeiten sieben spezialisierte Mediziner auf diese Weise mit dem Krankenhaus zusammen. Stünde am Ende im Altbau mehr Platz zur Verfügung als die Praxen benötigten, käme auch ein Standortwechsel für die Verwaltung oder die Krankenpflegeschule in Betracht.

Kommentare