Korbach

Proben-Endspurt bei der Freilichtbühne

- Korbach. Die Korbacher Freilichtbühne feiert ihr 75-jähriges Bestehen. Zei Stücke haben am 9. Juli Premoere: "Der Sommernachtstraum" und "Die unendliche Geschichte". Die Proben laufen auf Hochtouren.

„Meister, ihr habt eure Rollen. Und ich muss euch bitten, ersuchen, dringend auffordern, sie bis morgen Abend auswendig zu können.“ Regisseurin Heike Pötzsch und Schauspiel-Coach Günther Treptow brennt es nicht ganz so auf den Nägeln wie Peter Squenz im „Sommernachtstraum“, der seine Handwerker-Truppe ermahnt. Doch bis zur Premiere des Erwachsenenstücks am 9. Juli sind es keine zehn Proben mehr. Die Vorbereitungen für das amouröse Verwirrspiel gehen in die heiße Phase. Es ist die wohl bekannteste Komödie aus der Feder Shakespeares: „Ein Sommernachtstraum“ entstand um 1595 und ist heute noch topaktuell. Denn es geht um die Liebe. Die Freilichtbühne Korbach bringt das Stück nach 1989 zum zweiten Mal auf die Bühne. „Die Übersetzung ist eine andere als vor 20 Jahren, relativ modern, die Verse und die bildhafte Sprache bleiben aber erhalten“, sagt Heike Pötzsch. Das Stück ist gestrafft, das Ensemble kommt auf eine Spielzeit von etwa zwei Stunden. Wenn es bei Shakespeare seitenweise um antike Götter und Helden geht, hüllt die Bearbeitung den Mantel des Schweigens darüber – die Zuschauer werden es danken. „Der Wunsch, den Sommernachtstrau. Probensenspurt auch beim Kinderstück: Vorsichtig kratzt die kleine Milou an ihrem großen Hut. Gleich hat die Vierjährige ihren großen Probenauftritt und den will sie auf keinen Fall verpassen. Milou Lange ist die jüngste Schauspielerin auf der Freilichtbühne, aber von Aufregung keine Spur. „Das ist das Schöne bei der Theaterarbeit mit Kindern“, schwärmt Thorsten Heck, „sie spielen nicht mit dem Kopf, sondern sie sind spontan“. Und das macht auch das neue Kinderstück der Korbacher Freilichtbühne aus. Die Nachwuchsschauspieler spielen mit viel Herz, überraschen ihre Regisseure bei jeder Probe neu und improvisieren, ohne es zu wissen. „Schließlich sind viele von ihnen mit der Freilichtbühne aufgewachsen“, schmunzelt Heck. Auf dem Spielplan steht in diesem Jahr „Die unendliche Geschichte“. „Dafür gab es leider keine Freilichtbühnenfassung“, erzählt Jens Lessing, der die Proben gemeinsam mit Thorsten Heck leitet. Also setzten sich die beiden Männer zusammen und schufen innerhalb von drei Monaten ein eigenes Drehbuch. „Ganz nah am Original von Michael Ende, statt an der Verfilmung“, betonen beide. (lb(resa)Mehr in der Printausgabe der WLZ vom 27.Juni 2011

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