Im November soll neue Außenstelle des Wolfgang-Bonhage-Museums fertig sein

Projekt Kalkturm im Zeitplan

Korbach. - Was passiert im alten Kalkturm? Das rund 90 Jahre alte Bauwerk an der Frankenberger Landstraße ist seit Wochen eingerüstet.

Die Bauarbeiten spielen sich derzeit hauptsächlich im Inneren des Gebäudes ab, der Baufortschritt lässt sich von außen nur erahnen. „Wir sind im Zeitplan“, bekräftigt der Korbacher Bauingenieur Jürgen Kepplin, der das Projekt betreut. Der in den 1920er-Jahren von Heinrich Schwalenstöcker errichtete Kalkturm wird zu einer Außenstelle des Wolfgang-Bonhage-Museums mit einer eigenen Ausstellungsfläche umgebaut. Als weithin sichtbare Informations- und Empfangsstation soll er außerdem auf die benachbarte Korbacher Spalte und auf die geologischen Besonderheiten der Region aufmerksam machen. Das Mauerwerk des 14 Meter hohen Turms ist in den vergangenen Wochen komplett neu verfugt worden. Die Mauerkrone wurde erneuert, die Decken werden derzeit eingeschalt und ab der kommenden Woche betoniert. Anschließend wird die marode Innenwand des Trichters mit Spritzbeton stabilisiert. Danach kann der künftige Ausstellungsraum in Holzständerbauweise aufgebaut werden, zum Schluss folgt die Treppe. „Im November müssen wir fertig sein“, sagt Kepplin. Den zeitlichen Rahmen gibt vor allem das europäische Förderprogramm „Efre“ (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) vor: Insgesamt sind 750 000 Euro vorgesehen, um den Turm zu sanieren und das gesamte Umfeld bis zur Spalte neu zu gestalten. Gefördert wird die Investition mit mehr als 400 000 Euro – dafür muss das Projekt aber bis zum Jahresende abgerechnet sein. Die Stadt kalkuliert außerdem mit laufenden Kosten von rund 5000 Euro pro Jahr. Belohnt würde sie für den finanziellen Einsatz mit jährlich rund 17 500 Besuchern auf dem Gesamtareal der Korbacher Spalte und rund 8800 Besuchern in der Ausstellung im Kalkturm – so jedenfalls die Prognose der Machbarkeitsstudie. Ziel des Projekts ist, die berühmte Fossilienfundstätte für Touristen und Fachpublikum besser zu vermarkten. Korbach will sich so noch mehr als bisher als ein touristischer Mittelpunkt im Waldecker Land positionieren.

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