Projekt „Überlebenskünstler“ im Museum: Kinder lernen, Geschichte von „Procy“ bis Mensch zu vermitteln

Junge Experten für die Urzeit

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Unter der Devise „Pfiffiger als die Dinos: Procy und wir“ sind 13 Kinder in ein Museumsprojekt eingestiegen.

Korbach. Kinder werden zu Experten: Beim Projekt „Überlebenskünstler“ lernen Grundschüler die Arbeit im Korbacher Museum, Fossilien und Medien kennen und vermitteln ihr neugewonnenes Wissen an andere Kinder – und den ein oder anderen Erwachsenen.

Kinderstimmen hallen durch das Wolfgang-Bonhage-Museum: Zwischen den Exponaten sitzen 13 Mädchen und Jungen und malen „Korbacher Dackel“, Gorgonenköpfe und prähistorische Walrösser auf T-Shirts.  Denn für die kommenden sieben Monate brauchen sie passende Arbeitskleidung: Beim Projekt „Überlebenskünstler“ tauchen sie in Museumsarbeit und die Geschichte des Urtiers Procynosuchus und seiner Nachkommen ein.

Die Botschaft für die Mädchen und Jungen: Nicht immer haben nur die größten und stärksten Erfolg. „Viele säugetierähnliche Reptilien wie der Procynosuchus waren eher unscheinbar“, erklärt Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen: „Und die ersten echten Säugertiere waren oft nicht größer als eine Maus. Dennoch haben sie die vielen Millionen Jahre bis zum Aussterben der Dinosaurier überlebt.“

Mit Koffern voller Exponate haben die Museumsmitarbeiter die Berliner Schule und die „Treffpunkt Kids“ besucht: „Sie waren von Anfang an begeistert“, berichtet Maike Tammen vom Betreuungsverein. Neben diesem und dem Ganztagsangebot der Grundschule ist das Jugendhaus der dritte Partner des Museums. Für die Kinder ist die Teilnahme freiwillig: Sie treffen sich außerhalb des Unterrichts einmal in der Woche.

Bis zum 30. April liegt ein reichhaltiges Programm vor ihnen: In Museum, Korbacher Spalte und Kalkturm erfahren sie, welche Arbeit anfällt. Sie dürfen auch selbst mit anpacken, indem sie Exponate wie etwa Schlüssel reinigen und selber eine Vitrine bestücken, die den Fortschritt des Projekts zeigt.

Ihr Wissen sollen sie auch weiterzugeben: Sie lernen die Arbeit vor und hinter der Kamera kennen. Denn sie sollen einen Film über das Museum und das Gelernte drehen und ihn vorstellen – erst Freunden und Familien, dann der Öffentlichkeit. „Ich denke, dieser Auftritt wird den Kindern einen richtigen Schub verpassen“, hofft Schulleiterin Irmgard Geck. Ziel ist, das jedes Kind am Ende acht weitere aufklärt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit knapp 15 000 Euro aus dem Programm „Kultur macht stark“, das Kindern den Zugang zu Wissen und Kunst erleichtern soll.

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