Prof. Gerd Aufmkolk stellt Überlegungen für eine attraktivere Gestaltung des Diemelsee-Ufers vor

„Promenade“ für Feriengäste schaffen

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Der Diemelsee aus der Luft: Unten ist die Sperrmauer mit dem Ausgleichsbecken zu erkennen. Weiter rechts ragt der Schiffsanleger am Großparkplatz in den See hinein. Am Ufer gegenüber liegt Heringhausen mit dem Campingplatz.

Diemelsee-Heringhausen - Fachplaner haben bereits die ersten Projekte für ein attraktiveres Ufer des Diemelsees ausgearbeitet.

Ideen gibt es viele, wie das Ufer des Diemelsees für Besucher ansprechender gestaltet werden könnte. Das hat die „Bürgerwerkstatt“ am Donnerstag im Haus des Gastes“ mit mehr als 80 Interessenten gezeigt - siehe die WLZ vom Samstag. Aber auch Fachplaner haben sich bereits Gedanken gemacht, was sich verbessern ließe. Darüber berichtete der Landschaftsarchitekt Prof. Gerd Aufmkolk von der Nürnberger Gesellschaft „WGF Landschaft“ - sie soll das Konzept entwerfen.

Über das „Regionale“-Projekt „Sauerland-Seen“ stünden „erhebliche“ Gelder zur Verfügung, erklärte Prof. Aufmkolk. Auch die Gemeinde könne davon profitieren, fügte Bürgermeister Volker Becker hinzu. Außerdem setzt sie auf „Leader“-Zuschüsse, siehe den Kasten unten.

Zwei Projektschwerpunkte

Am Diemelsee seien zwei Schwerpunkte für Investitionen am Nordufer und im Süden am Heringhäuser Ufer vorgesehen, sagte Prof. Aufmkolk. Er nannte noch zwei weitere Projekte:

Ein durchgängiger Weg um den gesamten See muss her. „Es gibt noch Lücken“, sagte er.

Für die Bucht im Westen fehle ein Wanderweg-Konzept, auch die Wegeführung müsse klarer werden, Schilder fehlten.

Wie berichtet, plant die Stadt Marsberg im Norden des Sees zwei Vorhaben:

den Ausbau eines barriere­freien Rundwegs um das Ausgleichsbecken unterhalb der Sperrmauer mit „Ruheoase“ und Aussichtspunkt. Außer an der Möhne gebe es im Sauerland nur noch am Diemelsee eine Sperrmauer aus Bruchstein-Mauerwerk, erklärte Aufmkolk.

Außerdem soll der Großparkplatz mit Imbissen attraktiver werden. So solle es eine neue Wegeführung geben, der Platz am Schiffsanleger solle umgestaltet und begrünt werden. Auch der Weg entlang der Straße bis zur Staumauer soll verbessert werden.

Pläne für Heringhausen

Die Gemeinde Diemelsee wäre im Süden für das Ufer bei Heringhausen zuständig.

Zunächst solle der „Uferweg entwickelt“ werden, sagte der Planer. Wenn möglich, solle „so etwas wie eine Promenade“ entstehen. Ziel wäre eine durchgängige Breite von zwei Metern - doch das ist zum Teil schwierig, weil der erforderliche Platz für den Ausbau fehlt. Problematisch ist etwa das Gelände an der Bootsvermietung. Umstritten ist zudem die Art des Ausbaus. Der Planer regte eine steinerne „Kante“ als „optische Führung“ oder gar eine kleine Mauer als Sitzgelegenheit an, was Besucher der „Bürgerwerkstatt“ für unpassend hielten: Sie würden eine „naturnahe Gestaltung“ bevorzugen.

So ein „qualifizierter Uferweg“ mit einem „freundlichen Belag“ sei wichtig, betonte der Landschaftsarchitekt. Eine durchgehende „Promenade“ könne auch an der romanischen Basilika des Dorfes vorbeiführen, um auch auf das kulturelle Kleinod aufmerksam zu machen. Besucher schlugen vor, den Weg am Ufer für Radfahrer zu sperren, um mehr Platz für Fußgänger zu schaffen.

Die Badezone soll „aufgewertet“ werden. So könnten Schwimmpontons ins Wasser gesetzt werden.

Der Schiffsanleger soll besser erreichbar werden, gerade bei Niedrigwasser. Davon würden ältere Besucher profitieren. Der Platz davor soll besser ans „Haus des Gastes“ und ans Dorf angebunden werden.

Bereits beschlossen ist, dass aus dem „Haus des Gastes“ eine Naturpark-Akademie werden soll, Sanierungsarbeiten sind überdies wie berichtet im Haushalt für dieses Jahr verankert.

Die Idee einer Hängebrücke für Fußgänger quer über die Heringhäuser Bucht stieß auf ein geteiltes Echo. Sie könne eine Attraktion sein, betonte Aufmkolk. Der Unterhalt sei nicht kostspielig für die Gemeinde.

Auch die „Liebesinsel“ oder „Breme“ an der Spitze der Bucht soll besser erschlossen werden. Das Südufer ist der sonnenreichste Abschnitt.

Er wolle den Diemelseern nichts überstülpen, sagte Aufmkolk. Deshalb sollen die Anregungen der „Bürgerwerkstatt“ wie berichtet ins Konzept zur Ufergestaltung einfließen. Die Umsetzung ist für dieses und das nächste Jahr vorgesehen.

Leader-Konzept

Auch auf Fördergelder aus dem „Leader“-Programm der Europäischen Union hofft die Gemeinde bei der Gestaltung des Diemelsee-Ufers. Auf zwei Änderungen im Verfahren macht Bernd Wecker vom Lichtenfelser Büro „Bioline“ aufmerksam. Wie berichtet muss die Region „Nationalpark Diemelsee“ für die neue Förderperiode ab 2015 mit den vier nordwaldeckischen Kommunen zusammengehen, um auf die Mindestzahl von 50?000 Einwohnern zu kommen. Außerdem gebe es künftig ein „Ranking“ der Konzepte: Gute erhielten mehr Förderung, nicht so überzeugende weniger Geld. Deshalb sei es wichtig, mit einer großen Bürgerbeteiligung zu einem gemeinsamen Konzept zu kommen, die Projekte müssten „von unten“ kommen, sagte Wecker. In vier Wochen sei das Auftakttreffen.

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