Ortsumgehung Dorfitter: Anlieger beklagen Wegfall eines Weges

Protest der Fußgänger

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Der Wirtschaftsweg in Dorfitter wird künftig von der Umgehungsstraße unterbrochen.

Vöhl-Dorfitter - Auf Jubelrufe folgen Bedenken: Anlieger in Dorfitter beklagen, dass durch die geplante Ortsumgehung ein Wirtschaftsweg wegfällt. Der sei aber für Anwohner wichtig, um ins Dorf zu kommen. Raum für Änderungen sieht Hessen Mobil aber kaum.

Anfang nächsten Jahres könnten die Bauarbeiten für die Umgehungsstraße in Dorf­itter beginnen. Während einige Anwohner seit mehr als 20 Jahre darauf warten, kämpfen andere mit möglichen Konsequenzen. „Denn die neue Straße versperrt ihnen den Weg ins Dorf“, sagt Gertmann Sude aus Dorfitter.

Das gilt vor allem für Anwohner, die an der Kuhbach leben. Bisher führt von der Bundesstraße ein Wirtschaftsweg zu ihren Häusern. Die Umgehungsstraße allerdings trennt den Weg „In der Kuhbach“ künftig in zwei Teile. Ob Wanderer oder Radfahrer, Anlieger oder Besucher: Der Weg führt sie künftig ins Nichts.

„Wir haben gerade erst in Herzhausen so ein Beispiel erlebt, wo ein Weg zurückgebaut wurde und die Anwohner darunter leiden“, sagt Sude. Deswegen bestehe nun Handlungsbedarf.

„Dafür ist es eigentlich schon zu spät“, erklärt Horst Sinemus von Hessen Mobil. Baurecht sei bereits erteilt. „Es hat eine Phase gegeben, während der Bedenken geäußert werden konnten“, erinnert Sinemus. Drei Anwohner reichten Klagen gegen den Beschluss ein - der Verlauf der Trasse beeinträchtige ihr Wohnen oder Arbeiten, argumentierten sie. Kläger und Beklagte wurden sich im Gespräch einig.

Brücke im Norden Dorfitters

„Es ist allerdings richtig, dass die Umgehung für Einzelne auch Einschränkungen mit sich bringt“, räumt Sinemus ein. Fußgänger oder Radfahrer, die früher den Weg „In der Kuhbach“ nutzten, hätten künftig zwei Möglichkeiten: Entweder sie nehmen den Weg über eine Brücke, die auf der Höhe der Einfahrt ins Industriegebiet gebaut wird - im Norden des Ortes. Dort werde es eine Rampe geben, die auf die Umgehungsstraße und dann auf die alte Straße führe. „Ein gesonderter Fußweg ist nicht vorgesehen“, erklärt Sinemus, „Radfahrer werden sich in den Verkehr einfädeln müssen.“

Einwand der Kritiker: Auch Auto- und Lastwagenfahrer, die den alten Weg nach Korbach nehmen wollen, werden an dieser neuen Brücke die Umgehungsstraße verlassen. „Wir erwarten aber nicht, dass das Verkehrsaufkommen hier sehr hoch sein wird“, erklärt Sinemus. Eine zweite Möglichkeit, die neue Straße zu überqueren, bestehe an der Brücke im Süden des Ortes. „Unter dieser Brücke wird ein Wirtschaftsweg herführen“, erklärt Sinemus. Sollte der Bauplan geändert werden, würden damit Verzögerungen einhergehen.

Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert hat sich für nächsten Freitag bei Hessen Mobil angesagt: „Ich habe dieses Projekt geerbt und möchte mich umfassend informieren“, sagt er. Auch eine Info-Veranstaltung für Kommunalpolitiker und Anwohner wünscht er sich. „Natürlich wollen wir eine sichere Lösung“, sagt Stappert. Wenn die Gemeinde allerdings die Kosten dafür übernehmen müsse, sei eine Realisierung fraglich. Der Bund hat rund 16 Millionen Euro für das Projekt - wie es bisher geplant ist - zugesagt. „Wir müssen am Ende abwägen“, sagt Stappert, „die Menschen sollten schnell in die Ortslage kommen, aber wir dürfen das Projekt nicht kippen.“

Von Theresa Demski

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