Obernburger räumen Kirche für Sanierung aus · Gottesdienste im Gemeindehaus

Prozession ins benachbarte Asyl

+

Vöhl-Obernburg - Am Sonntag markierte eine kleine Prozession mit den Altargegenständen, die sich von der Kirche ins Gemeindehaus bewegte, den Beginn der Sanierung des etwa 800 Jahre alten romanischen Gotteshauses.

Bezeichnenderweise stand der Gekreuzigte als Zentrum des Glaubens am Anfang des Zuges, gefolgt von Kerzen und Kandelabern und der Altardecke. Die Bibel lag derweil in Händen des stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Jörg Wiesemann, das Lutherbildnis, getragen von Pfarrer Daniel Kallen, bildete den Abschluss des Zuges.

Die Prozession zur Interimskirche, dem Gemeindehaus, war bewusst als Teil des Gottesdienstes gewählt worden, den Pfarrer Daniel Kallen hielt. Doch den Schluss-Segen sprach der Pfarrer im Anschluss an die Prozession im Gemeindehaus, in dem für etwa zwei Jahre Gottesdienst gefeiert werden soll - soweit alles nach Plan läuft. Die Sanierung der Kirche soll in den nächsten Wochen beginnen (wir berichteten).

Die Finanzierung des ersten Bauabschnitts ist unter Dach und Fach, so Jörg Wiesemann, nach dessen Einschätzung die „Ertüchtigung“ des Dachstuhls etwa neun Monate in Anspruch nehmen wird. Idealerweise würde sich die Innenrenovierung samt Trockenlegung des Außenmauerwerks unmittelbar daran anschließen. Derzeit sammelt die Gemeinde den eigenen Beitrag zur Gesamtsumme von 300000 Euro - dank Aktionen wie dem Himmelfahrtsgottesdienst mit Grillfest unter freiem Himmel ist schon ein guter Sockel für die Innensanierung zusammengekommen. Wenn es mit dem Spendenaufkommen weiterhin wunschgemäß verläuft, wäre der zweite Bauabschnitt in zwei Jahren abgeschlossen.

Einzug wieder 2014?

Und so könnte sich im Frühjahr/Sommer die Prozession mit dem Kruzifixus von Josias Wolrat Brützel an der Spitze, wieder in die umgekehrte Richtung bewegen und der Gottesdienst wieder am traditionellen Ort stattfinden.

Die Turmsanierung samt Erneuerung des Glockenstuhls als dritter Bauabschnitt würde die Gottesdienste nicht weiter beeinträchtigen, so Jörg Wiesemann. „Vielleicht müssten wir ein halbes Jahr lang auf das Glockengeläut verzichten“, meint der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende, der sich ein stilleres Intermezzo durchaus vorstellen kann. Die letzte Renovierung fand 1969 bis 1972 statt, sie liegt also 40 Jahre zurück. (ahi)

Kommentare