Zwei Jagdfreunde nach Unfall vor Gericht

Querschläger in den Unterleib

Kassel/Korbach. - Rund 83 000 Euro Schmerzensgeld muss ein Jagdfreund aus dem Landkreis zahlen, weil er einen anderen Waidmann bei einer Wildschweinjagd schwer verletzt hat. Und zwar an seinen empfindlichsten Stellen

„Waidmannsheil!“ heißt die Devise der Jagdleute. Doch manchmal bringt das Hobby auch reichlich Unheil. Im Fall, der am Dienstag vor dem Landgericht Kassel verhandelt wurde, war es so schmerzhaft, dass es insbesondere Männer im Gerichtssaal schauderte.

Am 9. November 2011 waren deutsche Jägersleute in Rumänien. In einem Wald nahe Bukarest ging es zur Drückjagd auf Wildschweine. Mit dabei die beiden Kontrahenten vor Gericht: ein Jagdfreund aus Waldeck-Frankenberg und ein Kollege aus dem Raum Hagen. Als ein Rudel Sauen gegen 9.40 Uhr herankam, drückten die Jäger ab.

Zwei Schüsse kamen aus der Büchse des Waldeck-Frankenbergers – der zweite war folgenschwer. Jedenfalls durchschlug das Geschoss, vermutlich als Querschläger, den Oberschenkel des Jägers aus Hagen und verletzte die Genitalien. Beide Jägersleute begegneten sich am Dienstag mit ihren Rechtsanwälten bei einem Gütetermin vor dem Kasseler Landgericht. Strittig blieben der genaue Unfallhergang, ebenso medizinische Behandlungskosten – und vor allem die Höhe des Schmerzensgeldes. (jk)

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