Korbach

Rangierlok als Blickfang am Radweg

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- Korbach (jk). Die Signale stehen auf Grün: Am neuen Radweg Richtung Edersee will die Stadt einen wuchtigen Akzent setzen. Eine Lokomotive soll symbolisch auf die alte Bahntrasse verweisen.

17 Tonnen Gewicht, 90 Pferdestärken, Tempo 30 – für eine Lokomotive sind das keine Traummaße. Trotzdem wird das gute Stück seine Wirkung nicht verfehlen: An der Zufahrt zum Radweg in Richtung Buhlen wird am Freitag eine Diesellok aufs Gelände gewuchtet. Ein Tieflader bringt die Maschine nach Korbach, dann soll ein Kran die Lok auf Gleise hieven. Das Schotterbett ist schon frisch bereitet, und gleich davor künden ohnehin schon Signale von alten Schienenzeiten.

1912 ging die Strecke nach Bad Wildungen in Betrieb. 1995 fuhr schließlich der letzte Zug, und über die Gleise wuchs viel Gras. Doch seit 2010 gewinnt die Route wieder zunehmend an Popularität, denn auf der früheren Schienentrasse lädt ein Asphaltband ein zum Radeln, Skaten oder Spazierengehen. Aber auch Eisenbahnfreunde werden auf den Radweg wohl künftig ihre Blicke richten: Am Parkplatz an der Wildunger Landstraße soll die Lok ein wenig an alte Zeiten erinnern.Die Stadt hat die Maschine 2011 günstig erworben und restauriert.

Die etwa 6,5 Meter lange Lok trägt den Namen N 4b und heißt bei Eisenbahnexperten kurz KÖF (Kleinlokomotive, Öl, Flüssigkeitsgetriebe). Die kleine Rangierlok wurde 1958 in Potsdam-Babelsberg gebaut und war bis 1993 in Dienst. Die besondere Bauart versetzt solche Maschinen in die Lage, trotz geringer PS-Zahl schwere Lasten zu ziehen. Wie genau die Lokomotive aussieht, bleibt vorerst ein Geheimnis. Gegen 14.30 Uhr am Freitag soll es am Stadtrand gelüftet werden.

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