Korbach

Rappen und dribbeln für mehr Toleranz

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- Korbach (nv). Rapper packen Alltägliches in coole Texte und werden damit ebenso wie Sportler, die Grenzen überwinden, zum Idol für Jugendliche: Diese Vorbildfunktion nutzen die prominenten Mitglieder des Vereins „Cross­over“ für ihre Integrationsprojekte. Kommende Woche rappen sie an der Louis-Peter-Schule.

„Dieses Rap-Projekt gab es bislang nur in einigen Großstädten und hessenweit ist es einmalig“, betont LPS-Schulleiter Michael Gering. Knapp 200 Achtklässler der LPS sowie der „Schule am Enser Tor“ lernen von Montag bis Mittwoch, wie Rapper ihre Texte schreiben, sie in Sprechgesang umsetzen und mit dem passenden Beat unterlegen. Breakdance- und Basketball-Workshops – beides ist mit der Hip-Hop-Bewegung eng verknüpft – kommen hinzu.

„Durch die Teilnahme an unseren Sportkursen und Themen-Workshops lernen Kinder mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen miteinander zu arbeiten“, heißt es auf der Internetseite des Hamburger Vereins www.crossover-ev.de. Der Rapper Samy Deluxe, der ehemalige Basketball-Nationalspieler Marvin Willoughby sowie Julia von Dohnanyi, Tochter des Dirigenten Christoph von Dohnanyi, gründeten den Verein 2007, um „etwas gegen die wachsenden Grenzen zwischen Kindern unterschiedlicher Stadtteile und Schulformen zu unternehmen“.

Für den Namen „Crossover“ entschieden sie sich, weil der Begriff sowohl in der Musik als auch im Sport (Dribbel-Bewegung beim Basketball) jeweils dafür steht, eine neue Richtung einzuschlagen. Jugendliche sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdecken und daraus neue Perspektiven ableiten. Unterschiedliche Richtungen treffen auch aufeinander, wenn Menschen aus verschiedenen Nationen zusammenkommen. Wie wichtig Integration in Korbach ist, verdeutlich Gering anhand einiger Zahlen: In Korbach leben Bürger aus 78 Nationen. An der LPS werden Schüler aus 22 Nationen unterrichtet.

Damit alle miteinander lernen, sind in der Kreisstadt Förder-, Haupt- und Realschüler dabei. „Sie müssen sich in immer unterschiedlichen Gruppen stets auf den anderen einstellen und lernen, die eigene Persönlichkeit ebenso wahrzunehmen wie die des anderen“, erklärt der Schulleiter. Darüber hinaus stehen wichtige Werte wie Toleranz, Flexibilität, Respekt und Kommunikationsfähigkeit im Mittelpunkt – schließlich sind Rap und Sport nur andere Formen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 26. Oktober

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