Heimische Industriebetriebe setzen auf Wachstum am Standort Korbach

Raum greifen für Conti und Weidemann

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Weidemann-Geschäftsführer Bernd Apfelbeck und Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich (r.) beim Ortstermin am Elfringhäuser Weg: Auf der grünen Wiese zwischen Conti und der Umgehungsstraße am Stadtrand will Weidemann kräftig erweitern.Foto: Jörg Kleine

Korbach - Im Industriegebiet der Hansestadt stehen die Zeichen weiter auf internationales Wachstum. Weidemann erweitert in den kommenden Jahren kräftig den Standort – aber auch Conti sichert sich neue Optionen für die Zukunft.

Ob Reifenriese, Logistikfirmen oder Spezialmaschinenbauer Weidemann: Im Korbacher Industriegebiet sind die Unternehmen seit Jahren auf rasantem Wachstumskurs. Noch ist das neue Technologiezentrum bei Conti für über 45 Millionen Euro im Aufbau, da schweift der Blick jenseits des Werkgeländes hinunter Richtung Mauser-Straße.

Auf der grünen Wiese hat sich Korbachs größter Arbeitgeber bereits Flächen aus privater Hand gesichert. Zusätzlich will Conti im Winkel zwischen Mauser-Straße und Nordring weitere rund 16000 Quadratmeter aus städtischem Besitz dort erwerben.

Zwar hat Conti mit Lager- und Logistikhallen in den vergangenen Jahren viele Großprojekte in Korbach umgesetzt. Doch Grundstücke und Gebäude sind meist im Besitz von Partnerfirmen. Erstmals seit vielen Jahren kauft der Conti-Konzern nunmehr in eigener Regie wieder Flächen für mögliche Erweiterungen in der Zukunft.

Die Hansestadt wertet dies als gutes Zeichen für den Conti-Standort mit seinen aktuell rund 3400 Beschäftigten. Gekoppelt ist der Flächenerwerb mit einem weiteren Bauprojekt bei Conti: Neben der bestehenden großen Reifenlogistikhalle (RDC) an der Mauser-Straße soll ein neuer Lkw-Stellplatz von Conti entstehen.

Die Fläche umfasst mehr als 10000 Quadratmeter und soll künftig Parkplätze für rund 60 Lastwagen bieten. Überdies ist dort offenbar ein Gebäude samt Waschraum und Toiletten geplant.

Neuer Lkw-Parkplatz soll Verkehrslage entzerren

Der zentrale neue Lkw-Parkplatz soll die Verkehrslage am Elfringhäuser Weg und an der Industriestraße entzerren. Denn dort oben vor der mächtigen Lagerhalle für Zweiradreifen von Conti sammeln sich tagtäglich Lastwagen aus aller Herren Länder auf Contis internationalen Transportwegen.

Von Korbach als internationaler Transport-Drehscheibe gehen aber nicht nur Conti-Reifen und Technische Schläuche hinaus in die Welt. Auch Contis kleinerer Nachbar Weidemann vertreibt seine Produkte in viele Länder – ob kompakte Hoftracs, Radlader oder Teleskoplader, ob für die Marke Weidemann oder Wacker-Neuson und Kramer, die zum Konzernverbund gehören.

Der von Conti geplante zentrale Lkw-Parkplatz weiter unten an der Mauser-Straße kommt für Weidemann also gerade richtig: Die „Weidemänner“ wollen ihren Standort neben der Zweirad-Logistikhalle großzügig erweitern.

Als „Optionsfläche“ hatte Weidemann dort bereits Zugriff auf 40000 Quadratmeter aus städtischem Besitz. Die Stadt hat zuletzt indes weitere rund 40000 Quadratmeter gesichert, die an Weidemann verkauft werden. Das gesamte Areal reicht vom Elfringhäuser Weg bis weit hinunter Richtung Umgehung (B 251) und Arolser Landstraße. Ein Streifen entlang der Straße Richtung Berndorf bleibt weiterhin in privatem landwirtschaftlichem Besitz.

Um die Weidemann-Pläne zu verwirklichen, muss die Stadt für eine Teilfläche von 40000 Quadratmetern zunächst das Baurecht schaffen. Die vorgesehene Änderung des Bauleitplans (Nr. 35 C „Elfringhäuser Weg“) war Dienstagabend bereits Thema im Bauausschuss des Parlaments. Ziel ist, das Baurecht nach öffentlicher Prozedur bis 2017 unter Dach und Fach zu haben.

Von Jörg Kleine

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