„Bedrohtes Paradies" – Sonderschau präsentiert von WLZ

Regenwald im Korbacher Museum

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Erlebnis Regenwald: Das Korbacher Museum inszeniert den tropischen Urwald in vielen Facetten. Lebendig wirken die Exponate – wie dieser Orang-Utan.

KORBACH. Sehen, hören, fühlen und begeistern – Besucher im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum erwartet eine faszinierende, aber gleichermaßen denkwürdige Tropenreise.

„Bedrohtes Paradies“ heißt der Titel der Sonderschau, die sich vom kommenden Sonntag an um „Leben im tropischen Regenwald“ dreht. Baumriesen und exotische Früchte, schillernde Vögel, Krokodile, Schlangen, Jaguar, Pandabär, Orang-Utan und Insekten in allen Facetten: Leben im Regenwald ist von schier unendlicher Artenvielfalt geprägt. Das ganze Jahr über blüht und sprießt das grüne Dach überm Äquator. Doch das Paradies bekommt immer größere Löcher, riesige Regenwaldflächen sind durch Menschenhand in den vergangenen Jahrzehnten verschwunden: gerodet für die Rohstoffsuche unter der Erde, geschlagen für exotische Harthölzer oder landwirtschaftliche Nutzung.

Exotische Wunderwelt

Statt Zeigefinger, Angst und Moralappell soll bei der großen Sonderschau im Museum aber die Magie der Natur dominieren: „Wir möchten die Schönheit des Regenwaldes zeigen.“ Darin sind sich Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen und Ausstellungsgestalter Dieter Luksch (München) einig. Denn wer diese einmalige Wunderwelt der Natur auf sich wirken lässt, der wird auch spüren, wie wichtig es ist, sie zu schützen. Dabei folgt die Ausstellung einem dramaturgischen und auch pädagogischen Konzept. Auf unterschiedlichen Etagen des Museums werden Szenen des Regenwalds dargestellt: Im Untergeschoss bodennahe Pflanzen- und Tierwelt aus Südostasien. Im Obergeschoss Szenerien aus Afrika und Südamerika samt Baumhaus für menschliche Bewohner.

Leben und Produkte

Parallel steht das alltägliche Leben von drei jungen Leuten im Blickpunkt: Mayu, der mit seiner Familie im Baumhaus lebt. Ein Junge in Brasilien, dessen Familie ein Stück Land im brasilianischen Urwald zugewiesen bekommen hat, aber nach wenigen Jahren merkt, dass der ausgelaugte Boden als Ackerland nicht taugt. Und Helena, ein Korbacher Mädchen, die Tausende Kilometer vom Urwald entfernt lebt – aber entdeckt, wie viele Produkte aus dem Regenwald sie tagtäglich nutzt. Das reicht vom Kakao über Medikamente bis zum Fahrradreifen aus Kautschuk.

Die Ausstellung wird am Sonntag um 11.15 Uhr eröffnet und läuft bis zum 17. April 2017. Für Kindergärten, Schulklassen bis hin zur Geburtstagsfeier gibt es spezielle Programme. (Jörg Kleine)

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