Schwalben brüten in Diemelsee ungestört

Reger Flugverkehr

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Schwalbenkolonie: Die Zugvögel und ihre Jungen fühlen sich am Haus und im Stall der Familie Emden wohl. Kristin beobachtet sie gern, achtet aber darauf, nicht zu stören.Fotos: Natalie Volkenrath

Diemelsee-Giebringhausen - Wer den Hof von Walter Emden in Giebringhausen besucht, wird vor allem in den Morgenstunden von fröhlichem Gezwitscher empfangen. Über Stall und Wohnhaus herrscht reger Flugverkehr. „53 Schwalbennester habe ich in diesem Jahr gezählt, so viele wie nie zuvor“, berichtet der Landwirt.

Im April seien die als Sommerboten bekannten Zugvögel, die „schon immer zum Hof gehören“, zurückgekehrt. „Jetzt ist der Nachwuchs kurz vorm Ausfliegen. Das ist immer ein Bild für die Götter. “

Gerade weil die Schwalben, die den Lehmboden entlang der Diemel zum Bau ihrer Nester nutzen, quasi zur Familie gehören, lassen Emdens sie ungestört brüten. Die meisten Paare haben ihr Quartier an einer Hauswand bezogen, einige wenige nutzen Ecken und Lampen im Stall, die für sie frei zugänglich gehalten werden. Überall warten hungrige Jungvögel mit weit aufgerissenen Schnäbeln darauf, von ihren Eltern mit Insekten versorgt zu werden. „Fliegen haben wir im Stall keine einzige“, erläutert Emden die Vorteile der Schwalbenkolonie. Nachteil ist der Kot, der Wände und Böden bedeckt.

Da Schwalben vielerorts als gefährdet eingestuft sind, freuen sich Naturschützer über jeden, der ihnen eine Heimat gibt. Landwirte stecken allerdings in einer Zwickmühle: die EU-Hygieneverordnung will Schwalben aus Ställen verbannen, das Abschlagen der Nester ist laut Bundesnaturschutzgesetz aber verboten (www.nrw.nabu.de). Ob Freund oder Gegner - bei Begegnungen mit den Zugvögeln sollte stets ein altes Sprichwort bedacht werden: „Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück.“(nv)

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