Große Anerkennung bei Hauptversammlung der Korbacher Feuerwehren

Die Retter in der Not

Korbach - Korbachs Freiwillige Feuerwehren zeigen sich leistungsstark und wollen weiter in die Zukunft investieren – ob in Ausrüstung oder Ausbildung.

Das Spitzentreffen der Korbacher Wehren bescherte den Epper Gastgebern volles Haus in der Aartalhalle. Fast 250 Brandschützer – von insgesamt 429 aktiven Mitgliedern – kamen zur Jahreshauptversammlung. „Das ist Kameradschaftsgeist“, quittierte Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt die gute Resonanz am Freitagabend. Neuwahlen standen nicht auf der Tagesordnung, aber eine Fülle an Ehrungen, Auszeichnungen und Beförderungen für Brandschützer aus der Kernstadt und den 14 Ortsteilen. Insgesamt 202 Alarmierungen bilanzierte Schmidt in seinem Jahresbericht für 2014. 70 Prozent der Einsätze fuhren dabei die Brandschützer aus der Kernstadt-Wehr. Doch knapp ein Drittel der Aktiven in der Kernstadt-Wehr kommt aus den Ortsteilen, die damit doppelten Dienst für die Sicherheit der Menschen leisten. Große Anerkennung für den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr zollten deshalb Bürgermeister Klaus Friedrich und die Stadtverordnetenvorsteherin Lilo Hiller. Die Parlamentschefin schilderte ein bedrückendes persönliches Erlebnis, das die Bedeutung der Feuerwehren untermauerte. Ende Februar war Lilo Hiller mit ihrem Mann beim Spaziergang am Kniep unterwegs, als sie aus einem Wohnhaus Rauch aufsteigen sahen: „Mein Mann und ich klingelten an allen Wohnungen.“ Ein Bewohner konnte jedoch das Haus nicht verlassen – und starb später an seinen Brandverletzungen. „Jeder einzelne von Ihnen trägt zu einem einzigartigen Hilfeleistungssystem bei, das wir in Deutschland haben“, würdigte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf die Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute: „Sie sind in Korbach sehr gut aufgestellt.“ Zudem übernehme die Korbacher Einsatzabteilung viele wichtige Aufgaben des überörtlichen Brandschutzes. Lob hatte Deutschendorf ebenso parat für die Ausrichtung des Landesentscheids der Feuerwehren 2014 in Korbach: „Damit haben Sie uns bestens präsentiert in Hessen.“ Mit zwei Mannschaften mischte die Goldhäuser Wehr beim Landesentscheid im September auf der Hauer kräftig mit. Ein Team sicherte sich dabei den Vizemeister-Titel, betonte Friedhelm Schmidt im Jahresrückblick. Eingebunden als Ausrichter des Landesentscheids waren fast alle Korbacher Wehren. Wie Schmidt unterstrich auch Stadtjugendwart Stefan Casper die Bedeutung der Jugendarbeit bei den Feuerwehren, um auch in Zukunft schlagkräftige Einsatzabteilungen in der Fläche zu sichern. Wichtig sei zugleich, den Übergang von den Kinder- in die Jugendwehren erfolgreich zu gestalten. „Nehmt die Kinder und Jugendlichen an die Hand“, warb Casper um Unterstützung bei dieser Aufgabe.Doch bauen just deutsche Gesetze neue bürokratische Hürden bei der Jugendarbeit auf, wie auch Jürgen Querl (Willingen) in seinem Grußwort anführte: Leiter von Kinder- und Jugendgruppen sollen zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, obwohl sie ihre Qualifikation schon bei der Ausbildung für die Jugendleiterkarte unter Beweis stellen müssen. „Das kann man alles bald nicht mehr verstehen“, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes. Von Jörg Kleine

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