Willinger Schüler lernen die Gefahren von Alkohol kennen

Risikoarmes Trinken statt Abstinenz

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Das Präventions-Projekt „Hart am Limit“ machte gestern Station an der Uplandschule. Dort wurden den Schülern die Gefahren von übermäßigem Alkoholkonsum aufgezeigt. An einer Station galt es zum Beispiel mit der „Alkohol-Brille“ und einer Sackkarre einen Parcours zu bewältigen, wie im eingeklinkten Bild Schülerin Monja Pfeiffer.

Willingen - Bundesweit waren die Mitarbeiter des Präventionsprojektes „Hart am Limit“ am Mittwoch unterwegs und klärten über die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum auf - so auch an der Uplandschule in Willingen.

„Alkohol gehört doch irgendwie zu jeder Fete.“ „Für manche ist es fast eine Frage der Ehre voll zu sein.“ Solche Aussagen standen gestern auf einem großen Plakat an der Uplandschule. Die Schüler konnten mit Aufklebern entscheiden, ob sie den Thesen zustimmen, oder nichts davon halten. Mit den zwei genannten Aussagen konnte sich eine Mehrzahl der Schüler anfreunden.

Arbeit zahlt sich aus

Auch wegen dieser Einstellung gegenüber Alkohol gibt es im Landkreis seit 2011 das Projekt „Hart am Limit (HaLT)“. Mitarbeiter des Diakonischen Werkes Waldeck-Frankenberg klären Jugendliche über die Folgen von Komasaufen auf und helfen bereits im Krankenhaus nach Alkoholvergiftungen. Ziel sei keine Abstinenz, so Ulrike Ritter vom Diakonischen Werk, sondern der bewusste, risikoarme Umgang mit Alkohol. Die Schulsozialarbeiterin Karin Stade, Beratungslehrer Herbert Hellwig, Yvonne Rixa vom Runden Tisch in Willingen, Dr. Dirk Bender vom Schulelternbeirat, Silvia Radke vom Halt-Projekt und Schulleiter Norbert Volkwein sorgten am Mittwoch dafür, dass die Schüler durch verschiedene Aktionen möglichst viel über das Thema Alkohol erfuhren.

Dass solche Aktionen wichtig sind, da waren sich alle Vertreter einig. Vor einem halben Jahr habe es nach der Präventionswoche in Willingen viele positive Rückmeldungen gegeben. „Bei der vergangenen Konfirmation hatten wir zum Beispiel nicht so viele Trunkenheitsfälle, wie in den Jahren zuvor“, erklärte Dr. Dirk Bender. So ist es auch ein Ziel von „Halt“, dass Eltern und Vereine bewusster mit dem Thema Alkohol umgehen. Die Mitarbeiter von „Halt“ im Landkreis waren zwischen Januar und Mai 2013 wegen Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen zwei Mal im Korbacher Krankenhaus, in Frankenberg waren es drei Fälle, in Bad Arolsen fünf und in Bad Wildungen einer.

Am Halt-Projekt beteiligen sich unter anderem die Hessische Landesstelle für Suchtfragen und die jeweiligen Kreise. In Waldeck-Frankenberg läuft das Projekt noch bis Ende des Jahres. Der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf kündigte an, „Halt“ im Landkreis fortsetzen zu wollen. „Wird die Präventionsarbeit vernachlässigt, dann stecken dahinter menschliche Schicksale und auch Kosten für die Gesellschaft.“ Mit 15200 Euro beteiligt sich der Kreis am Projekt. Für die Fortsetzung habe es aus dem Kreishaus bereits positive Signale gegeben.

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