Zum Abschluss der Arbeit von Frank Bölter werden die Gemeinschaftswerke der Einwohner präsentiert

Sachsenberg, ein Dorf der Künstler

+

Lichtenfels-Sachsenberg - Im April kam der Künstler Frank Bölter nach Sachsenberg. Seitdem hat er im Ort vieles bewegt. Das Ergebnis des kreativen Potentials der Einwohner wurde am Samstag präsentiert.

Sachsenberg ist seit Samstag um einige Kunstwerke und um viele Künstler reicher. Zum vorläufigen Abschluss seiner Arbeit in dem Lichtenfelser Stadtteil präsentierte Frank Bölter der Öffentlichkeit zwei Kunstwerke. Das Besondere daran: Nicht der Künstler hat die Werke erschaffen, sondern die Sachsenberger selbst. Darauf ist Bölter besonders stolz: „Die Leute begreifen jetzt, dass es hier kreatives Potential gibt.“ Dieses sei nun in Ansätzen auch umgesetzt worden.

Wie ausgeprägt das Potential der Sachsenberger tatsächlich ist, das stellte der Künstler gleich auf die Probe. Aus Ziegelsteinen entstand in den vergangenen Wochen das Sachsenberger Tor an der Orker Straße. 35 Leute trugen dazu bei. Es soll für die Gemeinschaft stehen. Doch Bölter hatte den Bogen kurzerhand zugemauert. Wie würden die Leute darauf reagieren? Die Antwort: Genau so, wie er es sich erhofft hatte. Überflüssige Steine wurden mit Tritten kurzerhand zur Seite geschafft. Der Bogen ist wieder offen.

Mit all seinen Aktionen wollte Bölter einen Dialog schaffen – auch wenn dieser mitunter kontrovers geführt wurde. Das zeigt zum Beispiel das Kunstwerk „Sachsenberger Block“ gegenüber des Bürgerhauses. Mit dem Standort war nicht jeder im Ort einverstanden. Und so bezeichnete Thomas J. Hauck, Kurator des Projektes „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ Bölter als „Provokateur getarnt mit Charme“. Er habe Steine und Menschen bewegt.

Auch Lichtenfels‘ Bürgermeister Uwe Steuber war angetan von den Aktionen des Künstlers. Er wünsche sich, dass es in Sachsenberg auch in Zukunft kreativ zugehe. Steuber will versuchen, erneut einen Künstler oder eine Kunstaktion in den Ort zu holen, dafür habe er bereits Unterstützung von der Sparkassenstiftung zugesagt bekommen. „Wenn dann jemand sagt: ‚Was haben denn die verrückten Sachsenberger jetzt schon wieder vor?‘ Dann haben wir unser Ziel erreicht.“

Ein besonderes Lob richtete Frank Bölter an Bernd Saalfrank. Der Sachsenberger hat sein Kunstwerk „Sachsenberger Kreuze“ präsentiert. Das religiöse Symbol an verschiedenen Stellen im Ort ist mit positiven menschlichen Eigenschaften wie Mitgefühl und Rücksicht versehen. Saalfrank habe für sein Schaffen nur einen Impuls gebraucht, so Bölter. Den habe er versucht zu geben.

Die Präsentation endete an der Knöchelhalle, wo erstmals das Sachsenberger Weizenbier ausgeschenkt wurde. (tt)

Kommentare