Festzug der Korbacher Schützen zum Auftakt des Vogelschießens

Schäfer neuer Vogelkönig

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Mit dem 476. Schuss brachte Carsten Schäfer den Vogel zu Fall. Unter dem Jubel der Korbacher Schützen zog der frischgebackene Vogelkönig gestern Abend ins Festzelt ein.

Korbach - Nach fast vier Stunden fiel der Vogel und die Korbacher Schützen feierten ihren neuen Vogelkönig: Mit dem 476. Schuss brachte Carsten Schäfer den Holz­adler gestern zu Fall. Bereits am Samstag hatte die Gilde das Wochenende mit einem Festzug eröffnet.

Der Vogel war zäh: 158 Schützen hatten bereits geschossen, als um kurz vor sechs Carsten Schäfer zum Schuss ansetzte. Kein Wackeln, kein Zucken: Fast vier Stunden lang hatte der Vogel keine Regung gezeigt. Mit dem 476. Schuss brachte Schäfer den tapferen Holzvogel dann aber zu Fall. Nach einem Augenblick, in dem nicht nur die vielen Korbacher Männer und Frauen, die noch in der Schlange auf ihren Schuss warteten, sondern auch viele Gäste ungläubig auf den gefallenen Vogel blickten, brandete der verdiente Jubel auf. Die ersten Gratulanten waren dann die Kollegen aus der Gruppe „Sankt Regina“. Verblüfft ließ sich Carsten Schäfer als neuer Vogelkönig feiern und tritt damit in eine lange Familientradition ein - sowohl sein Bruder als auch sein Vater waren bereits Schützenkönig.

Mit der Inthronisierung ihres neuen Vogelkönigs und der Übergabe der Kette von Vorgänger Sven Hamel krönten die Schützen ihr Festwochenende: Das hatte mit dem Festzug am Samstagabend begonnen. Gerade als sich die Sonne gegen die dunklen Regenwolken durchgesetzt hatte, waren die Kompanien und Gruppen der Schützengilde am alten Finanzamt zum Festzug angetreten. Nachdem sie den Vogel abgeholt hatten, marschierten sie gut gelaunt durch die Kreisstadt - bejubelt von vielen Gästen, die sich am Straßenrand aufgestellt hatten.

Ab Sonntagmittag schallten dann die kräftigen Schüsse des Kleinkalibergewehres durch den Schießhagen und über die Altstadt. Bevor nicht nur die Mitglieder der Gilde, sondern auch alle anderen Korbacher zum Kampf um die Vogelkönigswürde antreten durften, machte der Nachwuchs das Rennen unter sich aus. Denn auch die Kinder schossen auf einen Vogel. Am erfolgreichsten war schließlich Cathleen Roon. Die Zehnjährige wird in den nächsten Jahren statt wie bisher im Majorettenkorps in der Jugendkompanie mitlaufen und das neue Ehrenzeichen der Jugendvogelkönigin mit sich tragen. Katrin Keppler hatte zuvor das Zepter und Patrick Schwarz die Krone abgeschossen - sie wurden zu Rittern gekürt.

Das Fest endete nach zwei Tagen und zwei Nächten, wie es begonnen hatte: Mit einem dreifachen „Horrido“ - das vielleicht etwas heiserer ausfiel als noch am Samstag.

(von Theresa Demski)

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