Schäferfest und Landesleistungshüten in Korbach

Schäferidylle und hartes Stück Arbeit

Korbach - Acht Schäfer kämpften beim Leistungshüten in Korbach um den Titel des Hessenmeisters. Was für die Zuschauer Landromantik und Idylle ausstrahlte, war für Schäfer und Hunde harte Arbeit. Am Ende verteidigte Frank Meyenberg aus Hüttenberg den Titel.

Die 300 Schafe von Harald Bangert aus Meineringhausen grasen entspannt in ihrem Gatter. Erst als Christine Damm energisch das Gatter öffnet und ihre Hunde Caro und Lux den Ausgang sichern, ahnen die Tiere, dass es mit der Ruhe fürs erste vorbei ist und ihnen neue Wiesen winken. Blöken und Bellen, Rufen und Kommandieren: Die 24-jährige Schäferin macht sich auf den Weg über den Parcours. Ihr folgen 300 Schafe, ihre beiden treuen Hunde, die dreiköpfige Jury und viele Zuschauer, die sich am Bild der Schafherde freuen. Idyllisch mutet es an, als die Tiere zu laufen beginnen, der Staub vom Weg aufwirbelt und die Hunde folgsam die Furche absichern. Und doch ist es für die junge Schäferin ein hartes Stück Arbeit: Sie muss die Hunde in Schach halten, ihre Kommandos schallen laut über die Herde und als ihr ein paar der Schafe ausbrechen, ist schnelles Handeln gefragt – von Mensch und Hund. Dass die Schäferin darin Übung hat, beweist ihre Qualifikation für das Landesleistungshüten. Jeweils vier Schäfer aus Nord- und Südhessen haben sich für den Landesentscheid am Korbacher Finanzamt qualifiziert, sie kämpfen um den Hessenmeistertitel. Mit dabei sind nicht nur Harald Bangerts Schafe, sondern auch der Meineringhäuser Schäfer selbst – als einziger aus Waldeck-Frankenberg. Sie alle wollen zeigen, dass sie Experten im Hüten sind. „Es gibt mehrere Prüfsteine auf dem Parcours“, erklärt Hüteleiter Hans Jürgen Westmeier vom Hessischen Verband für Schafzucht und -haltung. Mal müssen Schäfer, Hunde und Schafe eine enge Brücke passieren, dann kommt ein Auto ins Spiel und schließlich gilt es, die Schafe beim Grasen in Schach zu halten. Reinhard Fett, Ralf Bauer und Andrea Gerlach haben das Gespann die ganze Zeit im Blick - und treffen schließlich ihr Urteil. Hessenmeister wird wie in den vergangenen beiden Jahren Frank Meyenberg mit seinen Hunden Wolle und Casper. Grund zum Feiern hat beim Schäferfest am Ende aber nicht nur der neue Hessenmeister: Die Besucher staunen über friedvolle Schafgesichter – nicht nur in der Wettkampfherde, sondern auch in der kleinen Ausstellung heimischer Landwirte. Schäfer bringen große Säcke mit Wolle zum Wettkampfgelände, wo ihnen ein entsprechender Preis dafür geboten wird. Und die Schüler der Paul-Zimmer-Schule zeigen den Besuchern, was aus Schafwolle mit etwas Mühe und Kreativität entstehen kann. Auf die Kinder wartet ein eigener Wettkampf: Beim Gewicht-Schätzen oder Schaferaten können sie Punkte sammeln, Jungschäfer treten am Nachmittag beim Schäferlauf an.Am Abend klingt das Hessische Schäferfest im Zelt aus – und da zeigt sich dann, dass Schäfer auch Feiern können. (resa)

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